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Filmkritik: Der kambodschanische Kurzfilm „The Sentry“ von Jake Wachtel, zu sehen im Genre-Programm des 26. Landshuter Kurzfilmfestival 2026, beginnt als gewöhnlicher Agentenfilm und entwickelt sich dann zu einer gefühlvollen Geistergeschichte.
Der westliche Spion Blackwood (Daniel Raymont) wurde ausgesendet, im Hinterland Kambodschas eine Anlage zu infiltrieren. Die beiden Wächter sind schnell ausgeschaltet, so dass er seinem Routine-Geschäft nachgehen kann. Doch er hat nicht damit gerechnet, dass einer der Wächter – Termite (Dara Phang) – ihn als Geist aufsucht und ihn um einen Gefallen bittet.
Der 18-minütige Kurzfilm von Jake Wachtel, der auch das Drehbuch dafür schrieb, beginnt wie ein Standard-Spionage-Agenten-Film aus den 70er Jahren. Knallharte Action, ein Held, der alles schafft und unbesiegbar scheint und selbstbewusst seine Ziele verfolgt. Doch dann nimmt der Film eine unerwartete wie gelungene Wendung. Wachtel, der selbst aus den USA stammt und mit solchen Geschichten aufgewachsen ist, baut das Land Kambodscha, in dem er selbst seit vielen Jahren lebt, und den Glauben an Geister stimmungsvoll ein. Dabei wechselt die Tonalität des Films und die Stereotypen und Klischees verschwinden. Die Frage nach den Opfern in solchen Agenten-Filmen, die durch James Bond und Co. Schule gemacht haben, wird hier gestellt. Stehen hinter diesen namenlosen Schergen, Angestellten und auch einfachen Arbeitern nicht Menschen mit einer eigenen Geschichte und auch Familien? Daraus entspinnt sich ein Buddy-Movie der besonderen Art, das gleichzeitig auch noch das Land Kambodscha, die Traditionen und Sitten sowie das landestypische Essen ehrt. Umgesetzt hat Wachtel das in einem perfekt abgestimmten Stil, der sich der großen Vorbilder annimmt, Retro-Charme besitzt und daraus aber was Neues macht. Hinzu kommt der gelungene Musikeinsatz sowie das charmante Spiel der beiden Schauspieler Daniel Raymont und Dara Phang, die so unterschiedliche Männer verkörpern und am Ende doch zusammenfinden. Man kann also gespannt sein, wenn Wachtel diesen Stoff noch einmal als Langfilm auf die Leinwände bringen wird.
Fazit: „The Sentry“ ist ein Kurzfilm von Jake Wachtel, der darin die Liebe zu dem Land und der Kultur Kambodschas zum Ausdruck bringt, in dem er einen klassischen 70er-Jahre-Aktion-Streifen in eine einfühlsame Geistergeschichte verwandelt. Der Tonwechsel, die starken Bilder und das überzeugende Spiel machen „The Sentry“ zu einem sehr unterhaltsamen Film.
Bewertung: 4/5
Trailer zum Kurzfilm „The Sentry“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Doreen Kaltenecker, ‚Neun Fragen an Jake Wachtel‘, testkammer.com, 2026
- Eintrag des Kurzfilms „The Sentry“ beim Landshuter Kurzfilmfestival
- Website des Kurzfilms „The Sentry“
- The Hollywood Times, ‚Interview with Jake Wachtel – The Sentry‘, youtube.com, 2025
