“Taxi” von Karen Duve (2008)

TaxiBuchkritik: 2008 erschien der Roman “Taxi” der deutschen Schriftstellerin Karen Duve (*1961). Er erzählt von der jungen Taxifahrerin Alexandra Herwig, die aus einer Laune heraus 1984 in Hamburg anfängt Taxi zu fahren. Anfänglich berauscht von der Nacht, dem Geld und der Freiheit entwickelt die Figur immer mehr Depressionen und Widerstand gegen diese Arbeit. Man verfolgt das Schicksal der Heldin über sechs Jahre lang und ist dabei, wenn sie Höhen und Tiefen erlebt oder Schwierigkeiten in der Liebe hat. Duve, die selbst 13 Jahre lang Taxifahrerin in Hamburg war, hat bereits vor ihrem Debütroman “Regenroman” (1999) ein 800-seitiges Manuskript verfasst, das vom Taxifahren handelt. Der nun verlegte ca. 300-seitige Roman “Taxi” bietet vieles, was man von einem guten Roman erwartet: Eine außergewöhnliche Heldin, interessante Nebenfiguren, eine unorthodoxe Liebesgeschichte und einen Einblick in eine eher unbekannte Welt. Gespickt ist das alles mit gutem Humor und  ansprechenden (Lebens-)Weisheiten. Die Entwicklung, welche die Geschichte zeichnet, lässt nie an Spannung nach. Sie verändert Stück für Stück die Tonlage und entwirft so ein treffsicheres Gesellschaftsporträt, was die Gefühle vieler Platzsuchender der damaligen und der heutigen Zeit trifft. Die veränderte Stimmung ist aber auch das Manko des Buches: Nicht jeder mag sich mit dem Wechsel vom beschwingten zum gedrückten Ton anfreunden. Doch im Gesamten verdient dieses Buch eine definitve Empfehlung.

Bewertung: 4/5

Quellen:

Ein Gedanke zu ““Taxi” von Karen Duve (2008)

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