“Er ist wieder da” von Timur Vermes (2012)

© Bastei Lübbe / Eichborn

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Buchkritik: Der deutsche Journalist und Autor Timur Vermes (*1967) sorgte mit seinem Debütroman “Er ist wieder da” 2012 für weltweites Aufsehen. Das Buch war in aller Munde und hielt sich zwei Wochen lang auf Platz 1 der Spiegel-Beststellerliste. Es wurde in 41 Sprachen übersetzt.

Das provokante Buch verkauft sich allein in Deutschland zwei Millionen Mal. Es handelt von Adolf Hitler, der einfach so im Jahre 2011 in Berlin aufwacht. Der Leser folgt Hitler dabei, wie er die neue Welt kennenlernt und wie er plant, die Macht zurückzuerobern.

Die Idee zum Buch bekam der Autor Vermes, als er vom zweiten Buch Hitlers erfuhr. Dieses Werk namens “Hitlers zweites Buch” wurde zu Hitlers Lebzeiten nie veröffentlicht und erst von einem amerikanischen Offizier im Luftschutzbunker entdeckt. Im Jahr 1961 wurde die Echtheit des Buches bestätigt und selbiges sofort publiziert. Als Vermes das Buch entdeckte, beschloss er, dass er das dritte Buch schreiben könne. Dieses legte er als Komödie mit sowohl bitteren als auch wahren Untertönen an. Das Besondere an dem Roman ist die Erzählperspektive. Der Roman ist aus Hitlers Sicht geschrieben und gibt ständigen Einblick in seine Gedanken. Gerade dies ist das Spannende und Witzige an dem Buch. Treffsicher wird von der heutigen Gesellschaft berichtet und was darin alles schief läuft. So dass sich der Leser häufig dabei ertappt, dass er Hitler zustimmt. Anderseits lässt Vermes immer wieder braunes Gedankengut einfließen und trifft damit den Original-Ton von Hitler und Goebbels. Diese Passagen sind schockierend und lassen einem das Lachen im Hals stecken bleiben. Dabei kann man hoffen, dass es der Roman schafft, Menschen zum Denken und Reflektieren anzuregen, dass es trotz aller Missstände nicht wünschenswert ist, einen machtsüchtigen Faschisten die Zügel in die Hand zu geben. Die Mischung aus Komödie und ernsten Hintergründen und die ungewöhnliche Idee, das Buch aus Hitlers Sicht zu schreiben, machen den Erfolg dieses Romans aus. Er ist als kurzweilige (trotz über 300 Seiten hat man es in kurzer Zeit durchgelesen) Lektüre jedem zu empfehlen. Für Lesemuffel seien das Hörbuch, welches von Christoph Maria Herbst eingelesen wurde, oder die Verfilmung von 2015 zu empfehlen.

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen: Pressematerial zum Film / Wikipedia

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