“Rico, Oskar und die Tieferschatten” von Andreas Steinhöfel (2008)

© Carlsen Verlag

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Buchkritik: Der deutsche Schriftsteller Andreas Steinhöfel (*1962) schreibt seit 1991 Kinder- und Jugendbücher. Doch keines scheint Kindern so aus den Herzen zu sprechen, wie die Figur des Rico in “Rico, Oskar und die Tieferschatten”.

Frederico “Rico” Doretti, ein tiefbegabter (da behindert einfach falsch klingt) Junge, liebt Kriminalgeschichten. Zwar geht in seinem Kopf manch eine Information mal verloren, aber er versucht stets den Dingen auf den Grund zu gehen. Als er auf den hochbegabten Oskar trifft, glaubt er endlich einen Freund gefunden zu haben und will sich ihm anvertrauen. Rico wird seit Monaten von den Tieferschatten im unbewohnten Hinterhaus verängstigt und möchte das Geheimnis dahinter lüften. Doch gerade als er es Oskar erzählen will, wird dieser von Mister 2000 entführt. Also macht sich Rico allein auf die Suche nach seinem Freund.

Andreas Steinhöfel hat bisher 22 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht und arbeitet zusätzlich noch als Übersetzer und Drehbuchautor. Dabei erfreuen sich u.a. die Bücher “Paul Vier und die Schröders” (1992) und “Die Mitte der Welt” (1998) großer Beliebtheit. “Rico, Oskar und die Tieferschatten” ist das erste von drei Büchern über Rico und Oskar, die zwischen 2008 und 2011 erschienen sind. Mittlerweile wurden auch alle drei Romane verfilmt. Das Buch kann mit einer schönen Mischung aus Humor und Spannung aufwarten. Zwar kann der geschulte, erwachsene Leser sich schneller als Rico die Ereignisse erschließen, aber es macht trotzdem unheimlich Spaß bis zum Ende zu lesen. So haben an diesem Buch Erwachsene und Kinder ihre helle Freude. Das liegt vor allem daran, dass Ricos Blick auf die Menschen so unverfälscht ist und er Sachen merkwürdig findet, die einfach alltäglich sind. So liefert Steinhöfel einen frischen Blick aus der Sicht eines Kindes. Besonders gelungen ist es bei den zwischenmenschlichen Schilderungen. Die innewohnende Kriminalgeschichte mit dem wirklich unheimlichen Thema der Kindesentführung ist gut eingewoben. Nach und nach ergeben sich Verbindungen, so dass unser Rico zum unfreiwilligen Helden mutiert. Auch im Stil kann Steinhöfels Roman überzeugen. Aus der Sicht Ricos geschrieben, mit Erklärungen von dessen Hand versehen, ist es sprachlich zwar auf Kinder eingestellt, aber nie zu simpel, um Erwachsene zu ermüden. Im Gesamten ist “Rico, Oskar und die Tieferschatten” ein wunderbares Kinderbuch, das seine Leser mit Humor, Herz und Spannung anspricht.

Bewertung: 5/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Wikpedia Andreas Steinhöfel

2 Gedanken zu ““Rico, Oskar und die Tieferschatten” von Andreas Steinhöfel (2008)

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