“Ma Ma – Der Ursprung der Liebe” (2015)

© Entertainment One

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Filmkritik: Der spanische Regisseur und Drehbuchautor Julio Medem (*1958) besitzt unter Kennern durch seine Filme wie “Die Liebenden des Polarkreises” (1998) und “Lucía und der Sex” (2001) einen gewissen, stilistischen Ruf. Sein neuester Film “Ma Ma – Der Ursprung der Liebe” (Originaltitel: “Ma ma”, Spanien/ Frankreich, 2015) kann sich da einordnen und bietet eine seltsame teils faszinierende Mischung aus realitätsnahem Drama und Übersteigerung.

Die alleinerziehende und arbeitslose Magda (Penélope Cruz) entdeckt bei sich einen Knoten. Ihr Gynäkologe Julián (Asier Etxeandia) hilft ihr nun nicht nur über die Strapazen der Krebsdiagnose und der Operation hinweg, sondern wird auch ein guter Freund. Während ihrer Behandlungszeit lernt sie auch noch Arturo (Luis Tosar) kennen, dessen Familie gerade bei einem Autounfall verunglückt ist. Magda leistet ihm Beistand in dieser schweren Zeit und packt dabei das Leben selbstlos an und scheint dieses immer mit voller Kraft anzugehen, so dass Hoffnung erwachsen kann.

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Den ersten Impuls für das Drehbuch bekam der Regisseur bereits im Jahr 2006 in einem Kunstmuseum in Düsseldorf, wo er die Statue “Bronze Frau Nr. 6” von Thomas Schütte betrachtete. Diese Figur scheint Leben und Tod in sich zu tragen und inspirierte ihn zur ersten Fassung des Skripts. Die Idee nahm er zusammen mit Penelope Cruz 2014 wieder auf. Die Schauspielerin gab den richtigen Anstoß zur Verfeinerung der Figur der Magda und war auch zusätzlich an der Produktion beteiligt. Herausgekommen ist dabei ein Drama, das immer wieder der schrecklichen Realität entflieht. So wird den tragischen Schicksalen nicht nur unbändige Lebensfreude entgegenstellt, sondern es findet eine stetige Übertreibung am Rande zum Kitsch statt. Dies wird durch Dialoge, Gesang und traumähnliche Bilder evoziert. Diese Mischung wird mit Sicherheit nicht den Geschmack von jedem treffen und man muss sich als Zuschauer defintiv drauf einlassen und einstellen. Wenn man das kann, schafft es der Film eine breite Palette an Gefühlen zu übertragen. Dazu tragen vor allem die drei Hauptdarsteller bei. Vor allem der in Deutschland unbekannte Darsteller Asier Etxeandia entführt den Betrachter in eine soap-ähnliche Welt, in der Gesang eine eigene, spezielle Kraft besitzt. Die Gesangsstücke sind dabei perfekt ausgewählt und eingewoben. Allen voran sollte natürlich die Hauptdarstellerin Penélope Curz nicht unerwähnt bleiben. Sie schafft es, die Rolle in all ihren Facetten zu spielen und man kann förmlich den Lebensmut und Kampfeswillen der Magda spüren. Ihre Figur ist so herzerfrischend ehrlich, dass man sich wünscht, dass mehr Menschen so sein und leben würden.

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Fazit: Der Regisseur Julio Medem und die Schauspielerin Penélope Cruz schufen zusammen einen eindringlichen Film, der von realistischen, dramatischen Ereignissen berichtet, aber die Dinge durch einen traumähnlichen Filter mit Kitsch und Übertreibungen zeigt. Für den gewillten Zuschauer liefert der Film eine bunte Palette an Emotionen und es macht Freude den Darstellerinnen bei ihrem Spiel zuzusehen.

Bewertung: 7/10

Kinostart: 30.06.2016

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von MFS+ FilmDistribution

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