“The Light between the Oceans” (2016)

© 2016 Constantin Film Verleih GmbH

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Filmkritik: Der Roman “Das Licht zwischen den Meeren” (OT: “The Light between the Oceans”) von der Autorin M. L. Stedman wurde in den USA 2012 veröffentlicht und konnte sich monatelang in den Bestsellerlisten halten. So verwundert es nicht, dass nun vier Jahre später die Verfilmung in unsere Kinos gelangt ist: “The Light between the Oceans” (OT: “The Light Between Oceans”, UK/Neuseeland/USA, 2016). Der Film wurde mit zwei hochkarätigen Schauspielern besetzt, bleibt dicht an seiner Vorlage und gibt dem Buch die richtigen Bilder.

Der Kriegsveteran Tom Sherbourne (Michael Fassbender) lässt sich in den 1920er Jahren auf die Insel Janus Rock, welche den äußersten westlichen Punkt in Australiens darstellt, versetzen, um dort sein neues Leben als einsamer Leuchtturmwärter zu beginnen. Bei den Landgängen begegnet ihm die fröhliche Isabel (Alicia Vikander), die rasch sein Herz erobert. Ein glückliche Zukunft scheint sich für beide aufzutun. Doch wiederholte Fehlgeburten traumatisieren Isabel und lähmen das Paar. Als eines Tages das zweimonatige Baby von Hannah (Rachel Weisz) zusammen mit dem toten Vater ans Ufer gespült wird, müssen Isabel und Tom eine schwere Entscheidung treffen, die ihr ganzes Leben verändert wird.

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Die Umsetzung des Romanstoffs in einen Film übernahm der US-amerikanische Regisseur Derek Cianfrance, der sich bereits einen Namen mit Filmen wie “Blue Valentine” (2010) und “Place beyond the Pines” (2012) gemacht hat. Zwar ist dies die erste Romanverfilmung des Regisseurs, aber der Stoff beschäftigt sich mit Themen wie Einsamkeit, Familie und schweren Entscheidungen, die in all seinen Filmen eine zentrale Rolle spielen. Ihm geht es dabei um schonungslose Ehrlichkeit und zusätzlich versucht er keine Wertung über richtig oder falsch abzugeben. Er möchte den Zuschauer zum Nachdenken anregen, wie er selbst handeln würde. Dies macht auch den Roman aus und überträgt so den Geist des Buches auf den Film. Das Drehbuch verfasste Cianfrance dabei aber ohne Kontaktaufnahme zu Stedman. Erst nach Fertigstellung des Films kontaktierte er die Autorin, welche die Umsetzung lobt und den Geist des Romans in dem Film sowie eine eigene Interpretation des Regisseurs erkennt.

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Besonders gelungen ist die Auswahl der beiden Darsteller Fassbender und Vikander. Michael Fassbender, den man zur Zeit in vielen Filmen sieht wie in der “X-Men”-Reihe (2011-2016), “Shame” (2011) oder als Steve Jobs in “Steve Jobs” (2015), besitzt ein unglaubliches Repertoire an Figuren und verkörpert hier den liebenden Vater genauso authentisch wie den kriegsgeschädigten Veteran. Alicia Vikander spielt in diesem Film wieder eine gelungene Mischung aus Sentimentalität und Stärke, wie auch schon bei “Ex Machina” (2015) und “The Danish Girl” (2015) für den sie verdient den Oscar als beste Nebendarstellerin erhalten hat. Auch alle anderen Rollen, welche mit Größen wie Rachel Weisz besetzt wurden, sind hervorragend ausgewählt und charakterisiert. Zusätzlich kann der Film mit Zeitkolorit und Authentizität überzeugen. Der Film entstand an Originalschauplätzen in Marlborough und Otago in Neuseeland sowie auf der australischen Insel Tasmanien. Die Ausstattung, von der Kleidung bis hin zum Dekor, ist zeitgemäß und stimmig eingesetzt und vermittelt einen guten Eindruck vom damaligen Leben. Auch die körperlichen Anstrengungen des anspruchsvollen Berufs des Leuchtturmwärters werden gut eingefangen. Im Gesamten ist Derek Cianfrance und seinem Team eine adäquate Romanumsetzung und ein schöner, melancholischer Film über essentielle Themen gelungen, der in den Köpfen der Zuschauer Fragen auslösen kann und hängen bleiben wird.

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Fazit: Der Spielfilm “The Light Between the Oceans” ist ein atmosphärisch dichter Film, der mit viel Liebe zum Detail und einem hohen Realismusanspruch inszeniert wurde. Durch die hervorragende Wahl der Hauptdarsteller kann die Geschichte den Zuschauer emotional packen und schafft es wichtige moralische Fragen aufzuwerfen. So ist die Romanverfilmung, die dicht an ihrem Originalstoff bleibt, ein gelungenes und empfehlenswertes Kinoerlebnis.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 08.09.2016

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von Constantin Film

2 Gedanken zu ““The Light between the Oceans” (2016)

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