“Broadchurch” (Serie, Staffel 2, 2015)

© ITV Studios20

Serienkritik: Die britische Kriminalserie “Broadchurch” konnte mit ihrer ersten Staffel, die von dem Mord an dem 11-jährigen Danny Latimer und der Suche nach dessen Mörder handelt, überzeugen. Nur kurze Zeit später entstand die zweite Staffel, die es schafft die Stimmung und die Spannung des ersten Teils mit neuen Elementen zu kombinieren und erfolgreich die Serie weiterzuführen.

Die zweite Staffel beginnt kurze Zeit nach dem Ende der ersten Staffel. Die Gerichtsverhandlung des Mörders von Daniel Latimer steht kurz bevor. Doch dieser hat sich entschlossen, trotz Geständnis jetzt auf unschuldig zu plädieren. Die gerissenen Anwälte Sharon Bishop (Marianne Jean-Baptiste) und Abby Thompson (Phoebe Waller-Bridge) übernehmen den Fall. Der Staat und so auch die Familie Latimer werden von der klugen Anwältin Jocelyn Knight (Charlotte Rampling), die bereits im Ruhestand war, vertreten. Die Verhandlung, die mit dem früheren Schuldeingeständnis eigentlich ein Kinderspiel sein sollte, wird immer schwieriger, je mehr Geheimnisse aller Beteiligten aufgedeckt werden. Während der Verhandlungen beschäftigt sich DI Alex Hardy (David Tennant) vor allem aber mit seinem alten Fall, in dem er aufgrund eines Ermittlungsfehlers den vermeintlichen Mörder Lee Ashworth (James D’Arcy) wieder freilassen musste. Doch seitdem versteckt Hardy dessen Frau Claire (Eve Myles), die das Alibi von ihrem Mann dementieren kann und anscheinend noch viel mehr zum Mordfall der beiden Cousinen Pippa und Lisa beitragen kann. Um sich von den Verhandlungen abzulenken, hilft Ellie Miller (Olivia Colman) bei den Ermittlungen des alten Falls.

© ITV and Kudos Film & Television Limited

Die 2015 abgedrehte zweite Staffel der britischen Serie “Broadchurch” aus der Feder von Chris Chibnall setzt fast nahtlos an die Geschehnisse der ersten acht Folgen an und kann die Betrachter sofort wieder in die Geschichte hineinziehen. Es ist ein kluger Schachzug dieser Staffel die Geschichte auf zwei Handlungsstränge auszuweiten. Auf diese Weise können die Betrachter weiter die Bewohner von Broadchurch mit all ihren Geheimnissen kennenlernen und einer spannenden Verhandlung beiwohnen, aber gleichzeitig verliert die Geschichte durch den Sandbrockfall nicht ihre Kriminal-Elemente, welche viel zur Spannung beitragen. Dadurch entsteht eine gute Mischung aus emotionalen Aspekten und kriminalistischer Arbeit. Die neuen Charaktere fügen sich wunderbar in die realitätsnahe Atmosphäre ein. Auch in dieser Staffel sind die meisten Personen keine klaren Stereotypen und abgrundtief böse, sondern sie besitzen oft eine tragische Note oder sind komplexe Persönlichkeiten. Aufgrund dessen entsteht die Spannung nicht aus actionlastigen oder gefährlichen Szenen heraus, sondern allein aus den menschlichen Abgründen. Dies spiegelt sich in der ganzen Stimmung der Serie wieder. Sie ist durchzogen mit Melancholie. Dieses Konzept, was der Realität sehr nah kommt, funktioniert und fesselt den Betrachter. Die dazu gelieferten Bilder des fiktiven Küstenorts mit seinen steilen Klippen liefern den perfekten Rahmen. Abgerundet wird es von einem herausragenden Ensemble. Vor allem die neu eingeführte Figur des Lee, verkörpert von James D’Arcy, besitzt eine enorme Stärke und Ambivalenz, die den Zuschauer bis fast zur letzten Folge im Unklaren lässt, was in Sandford wirklich passiert ist.

© Colin HUTTON – © ITV and Kudos Film & Television Limited

Fazit: Die zweite Staffel der britischen Serie “Broadchurch” geht über die üblichen Grenzen des Mystery-Thrillers hinaus. Zwar führt es auch einen neuen Fall ein, bleibt aber trotzdem an den Geschehnissen nach der Verhaftung des Mörders von Danny Latimer dran. So ist die zweite Staffel nicht nur weitere spannende Detektivarbeit mit neuen, wunderbar undurchsichtigen Figuren, sondern auch ein menschliches Drama mit viel Emotionalität.

Bewertung: 4/5

Englischer Trailer zur 2. Staffel:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Wikipedia-Seite zu Broadchurch


siehe auch Kritik zu Staffel 1

 

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