“Gilmore Girls: Ein neues Jahr” (Miniserie, Staffel 1, 2016)

© Netflix

Serienkritik: Die von 2000 bis 2007 produzierte, amerikanische Serie “Gilmore Girls” hat eine ganze Generation geprägt. Das Leben der kaffeesüchtigen und schlagfertigen Lorelai und ihrer bezaubernden Tochter Rory in dem kleinen Städtchen Stars Hollow fand viele begeisterte Fans und Anhänger und ist im Gedächtnis dieser Zeit verhaftet. Doch schon in der letzten Staffel merkte man, dass der Serie Schwung verloren ging, so dass deren Ende einen guten Abschluss bildete. Nun, zehn Jahre später, kehren wir nach Stars Hollow zurück und sehen, was die Zeit so gebracht hat.

Lorelai Gilmore (Lauren Graham) lebt noch immer in Stars Hollow und betreibt ihr Hotel, doch leider ohne Sookie (Melissa McCarthy). Auch zu Hause ist nicht immer alles gut mit Luke (Scott Patterson), der weiterhin sein Diner führt. Durch den Tod von Lorelais Vater Richard (Edward Herrmann) wird alles noch schwieriger, vor allem weil sich die Mutter Emily (Kelly Bishop) seltsam verhält. Auch Rory (Alexis Bledel) kehrt aus der weiten Welt mit vielen geplatzten Träumen im Gepäck zurück. In Stars Hollow trifft sie auf alte Bekannte und Liebschaften und versucht sich ihre Zukunft neu auszumalen. Ist den Gilmore Girls das Glück noch hold? Wird Lorelai auf einem Wandertrip zu sich selber finden und Rory sich ihren Traum bei der ortsansässigen Zeitung erfüllen? Ein Jahr der Veränderungen steht für die beiden bevor.

© Netflix

Die von Netflix ins Leben gerufene Miniserie mit vier Folgen je 90 Minuten, welche die vier Jahreszeiten abdecken, ist in der Gegenwart verankert, doch führt sie den Zuschauer emotional zurück in die Vergangenheit. Für das Reboot konnten alle bekannten Gesichter bis in die kleinsten Nebenrollen wiedergewonnen werden. Der einzige Schauspieler, der fehlt, ist der Darsteller von Lorelais Vater: der bereits verstorbene Edward Herrmann. So ist jede der filmlangen Folgen ein Wiedersehen mit den schrulligen Figuren und spinnt ihr Leben souverän fort. Doch natürlich braucht eine Serie eine Handlung. Dementsprechend wurden viele Probleme aus dem Boden gestampft, die vorher nicht zu sehen waren. Das glückliche Gefühl voller Hoffnung und Freude am Ende der Original-Serie “Gilmore Girls” wird hier ständig durch Probleme überlagert. Die Lebensfreude der sonst so witzigen und schlagfertigen Gilmore-Frauen ist gedämpft und man merkt den Figuren so den Zahn der Zeit an. Dieser ist an keiner der Personen vorbeigegangen. So ist die Frage an alle Fans: Wollte man sehen, wie sie gealtert sind und ob sich alle Träume erfüllt haben oder nicht? Anfänglich wünscht man sich, man hätte es nicht wieder angefangen, aber schon nach der zweiten Folge und den Auftritten von geliebten Darstellern wie Jared Padalecki ist man wieder in Stars Hollow gefangen und hofft darauf, dass sie dieses Mal ihr Happy End finden. Dabei passt sich die Serie in ihrer Optik und ihrem Stil der Original-Serie von Amy Sherman-Palladino sehr gut an. Das Örtchen Stars Hollow ist immer noch wunderbar sauber und realitätsfern. Die Bewohner leben wie in einer Glaskugel und wirken von den Ereignissen der letzten Jahre nicht geprägt. Das macht seinen eigenen Charme aus und versetzt einen zurück in die Zeit.

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Fazit: Das Reboot “Gilmore Girls: Ein neues Jahr” ist eine liebevolle Hommage an die Originalserie. Alle Charaktere treten wieder auf und die Zuschauer werden wieder in das schrullige Stars Hollow entführt. Dabei wirken manche Charaktere wie aus der Zeit gefallen und verleihen der Serie ein nostalgisches Gefühl. Nur die große Menge an neu ausgedachten Problemen, um die Geschichte voranzutreiben, verleiht der Serie ein unnötiges Gefühl von Schwere. So ist die Miniserie zwar eine schöne Reminiszenz an die Original-Serie, besitzt aber nicht deren Leichtigkeit.

Bewertung: 4/5

Der Trailer zur Serie:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Wikipedia Gilmore Girl 

Wikipedia Girlmore Girls: Ein neues Jahr 

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