„Kill Dr. Lucky“ (1996)

Spieler: 2-8 / ab 12 Jahren / Verlag: Truant Verlag / Spieldauer: 60 Minuten

© Cheapass Games

Spielekritik: Auf den ersten Blick erinnert das Brettspiel “Kill Dr. Lucky” an eine sparsame, schwarz-weiß Variante des Gesellschaftsspielklassikers Cluedo. Nur hat hier der Spieler eine andere Mission: Er muss ungesehen einen Mord verüben. Die Sparsamkeit ist dabei Konzept des Spiels und trübt nicht das Erlebnis.

Die Spieler befinden sich auf dem Anwesen von Dr. J. Robert Lucky. Dieser streift unruhig durch die unzähligen Räume seines Hauses. Jeder Spieler versucht ihn allein in einem Raum zu erwischen, eine Tatwaffe oder auch nur die eigenen Hände einzusetzen, ohne dass es die Mitspieler sehen oder gar verhindern können.

Das Spielprinzip basiert dabei vor allem auf den teils regelmäßigen und teils gesteuerten Bewegungen auf dem Spielbrett und auf dem geschickten Einsatz von Karten. Über die Karten kann man sich nicht nur besser durch die Räume bewegen, sondern auch Mordwaffen auswählen und Anschläge verüben und verhindern. Das Spiel ist für 2 bis 8 Spieler konzipiert und macht in einer 3 bis 5 Personen großen Gruppe am meisten Spaß. Das Spiel ist dabei nicht nur durch Ziehglück geprägt, sondern kann auch taktisch angegangen werden. Diese Kombination bringt den Spielern viel Freude und Lebhaftigkeit an den Spieletisch. Hinzu kommt eine menschliche Ebene außerhalb des Spielbrettes, da es an einigen Stellen um das richtige Austarieren zwischen den Spielern geht, denn nur gemeinsam kann man den Anschlag Einzelner verhindern. So ist das ausgedachte Spielprinzip mit seinem leicht verständlichen Regelwerk des Spieledesigners James Ernest zeitlos und macht 21 Jahre nach der Veröffentlichung immer noch großen Spaß. Das ökonomische, sparsame Design des Spiels hat dabei seinen eigenen Charme. Ging es dem Spielmacher doch darum, dass man für ein neues Spiel nicht alle Elemente wie Spielfiguren dazu liefern muss. Dies ist eine enorme Ersparnis an Kosten und Materialien. Das ist eine sehr moderne Einstellung und ganz im Zeichen der heute angestrebten Nachhaltigkeit. Die schlichte Gestaltung, ganz in schwarz-weiß gehalten, ist mit ihrer etwas instabilen Verpackung aus Pappe dabei nicht unästhetisch, sondern besitzt einen zeitlosen Charme. So ist im Gesamten nicht nur das Spielprinzip stimmig, sondern auch das Konzept dahinter, weshalb “Kill Dr. Lucky” im Jahr 1997 den Origins Award für das Beste Abstrakte Brettspiel erhalten hat.

Fazit: Das Brettspiel “Kill Dr. Lucky” des Spieledesigners James Ernest ist nicht nur ein immer wieder spannendes und die Jahre überdauerndes Spiel, was für gute Laune durch eine stimmige Mischung von Taktik und Glück sorgt, sondern es besitzt ein nachhaltiges Konzept, das gerne von anderen Spielemachern abgekupfert werden darf.

geschrieben von Doreen Matthei

Ein Gedanke zu “„Kill Dr. Lucky“ (1996)

  1. kmmai schreibt:

    Ich hab das Spiel meiner Schwester geschenkt. Es klang so lustig! Und dann: einmal gespielt, sie fand es langweilig, seitdem haust es in meinem Schrank. Dabei sind vor allem die Mordwaffen so fantasievoll und lustig. Mein liebstes Mordwerkzeug ist das Lebensmittel – verdorbene Sahne.

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