“Lucky” (2017)

Poster zum Film "Lucky"Filmkritik: Der Schauspieler Harry Dean Stanton, der im September 2017 verstorben ist, war ein bekanntes Gesicht in der Filmwelt. Jeder Filmfreund hat ihn bestimmt in dem einen oder anderen Film gesehen: Science-Fiction-Fans werden seine Rolle in “Alien” nie vergessen, andere dagegen kennen ihn aus “The Green Mile” oder dem einen oder anderen David Lynch-Film. Jetzt setzt der Schauspieler John Carroll Lynch mit seinem Debütfilm “Lucky” (OT: “Lucky”, USA, 2017) dem Schauspieler Stanton ein Denkmal.

© KMBO

Lucky (Harry Dean Stanton) ist ein 90-jähriger Navy-Veteran, welcher ein zurückgezogenes Leben in einer Kleinstadt im Südwesten Amerikas führt. Jeden Tag geht er seinen Routinen und seinen Hobbys, dem Laufen und Kreuzworträtseln, nach. Eines Tages fällt er urplötzlich um und das macht ihm nicht nur seine Endlichkeit bewusst, sondern zeigt auch, dass er mit den Menschen der Stadt, wie seinem Nachbarn Howard (David Lynch) stärker verbunden ist als erwartet.

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Die beiden Autoren Logan Sparks und Drago Sumonja (*1975) verfassten mit ihrem Drehbuch eine Hommage an den Schauspieler Harry Dean Stanton (1926-2017), der durch unzählige Nebenrollen zur Bekanntheit gelangt ist, aber in diesem Film erst seine zweite Hauptrolle überhaupt spielen durfte. So schrieben sie einen Film, der nicht nur für ihn die stärkste Hauptrolle parat hält, sondern zusätzlich blieben sie ganz nah an der Biographie des Schauspielers dran. So wurden nicht nur ähnliche Lebensumstände kreiert, sondern auch Stantons Philosophie und sogar einige seiner typischen Sätze übertragen. Die Rolle Lucky verkörpert Harry Dean Stanton nicht nur, sondern ist zum großen Teil er selbst. Diese große Hommage zog viele Freunde und Weggefährten an, welche bei dem Film dabei sein wollten. Darunter auch der Regisseur David Lynch (*1946) als Howard, den man schon lange nicht mehr auf der Leinwand gesehen hat. Die Regie übernahm der Namensvetter John Carroll Lynch, nicht verwandt mit dem Regisseur, und war bei seinem Debütfilm in guten Händen durch das unterstützende Team. Das Drehbuch setzte er dabei resolut in stimmige Bilder um und gab seiner Hauptfigur genügend Raum zur Entfaltung.

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Zur Wirkung des Films trägt auch viel die Ausgestaltung bei. Gedreht wurde das Ganze im Südwesten von Amerika, in einer Gegend ähnlich der Heimat des in Kentucky geborenen Schauspielers Harry Dean Stanton. Die Kamera fängt die heiße, fast unbequeme Umgebung aber mit einer gelungen Mischung aus Schönheit und Sperrigkeit ein. Die Hitze und Trockenheit wird spürbar und gleichzeitig zur Metapher für Luckys Charakter. Um dies einzufangen fanden die Dreharbeiten bei 35° C statt und bringen damit passende Bilder von der Umgebung und der Kleinstadt für die Geschichte. Oft marschiert Lucky durch die Gegend ohne das Groß etwas passiert und gibt dem Film so eine melancholische Note, die von Einsamkeit aber auch von Liebe erzählt. Im Gesamten ist der Film “Lucky” nicht für jedermann. Er ehrt den Schauspieler Harry Dean Stanton mit einer Geschichte, in der an der Oberfläche nicht viel passiert, aber seine Zuneigung zum Schauspieler über eine empathische Stimmung, welche viele Facetten des Schauspielers aufgreift, zum Ausdruck bringt.

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Fazit: Der amerikanische Spielfilm “Lucky” ehrt den vor kurzem verstorbenen Schauspieler Harry Dean Stanton. Mit seinem Debütfilm erzählt John Carroll Lynch von dem Ende eines langen Lebens und baut einiges Autobiographisches seines Hauptdarstellers direkt mit ein. Der Zuschauer geht mit Lucky auf eine melancholische und teils philosophische Reise, welche nicht viel an Geschichte, dafür um so mehr an Stimmung und Herz bietet.

Bewertung: 7/10

Kinostart: 8. März 2018, DVD-Start: 30. August 2018

Der Trailer zum Film “Lucky”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • Pressematerial von Alamonde
  • Wikipedia-Artikel zum Film “Lucky” 
  • Rezension des Films “Lucky” in der “Zeit” von Sabine Horst am 7. März 2018
  • Rezension des Films “Lucky” im “Tagesspiegel” von Andreas Busche am 8. März 2018 
  • Interview mit John Carroll Lynch im “Deutschlandfunk” von Susanne Burg am 10. März 2018 

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