“Song to Song” (2017)

Filmkritik: Von vielen Kritikern wird der texanische Regisseur Terrence Malick hochgeschätzt, schafft er doch mit seinen Filmen, wie “The Tree of Life” (2011) und “To the Wonder” (2012) ikonische Werke mit einer starken Bildsprache und klaren, meist stark religiösen Botschaften zu verbinden. Dabei verschleiert er kaum seine Ansichten und hat stets einen hochkarätigen Cast zu bieten, der dabei hilft, das Publikum anzulocken. Auch sein neuester Film “Song to Song” (OT: “Song to Song”, USA, 2017) bietet bekannte Gesichter von Schauspielern und Musikern, eine erwartbare Geschichte samt aufdringlicher Botschaft und seinem unverkennbaren Stil.

Die ambitionierte Musikerin (Rooney Mara) möchte es in der Musikszene Austins zu etwas bringen. Dafür erscheint ihr der leichteste Weg eine Liaison mit dem erfolgreichen Musikproduzenten Cook (Michael Fassbender) zu sein. Als sie sich aber in den aufstrebenden Songwriter BV (Ryan Gosling) verliebt, wird es zunehmend eine schwierige, aber befruchtende Dreiecksbeziehung. So bleibt das Gespann über Jahre bestehen, auch als Rhonda (Natalie Portman) in Cooks Leben tritt.

Der in Texas aufgewachsene Terrence Malick setzt der Stadt Austin und ihrer Musikszene mit diesem Film ein Denkmal. Fast dokumentarisch begleitet der Zuschauer die Protagonisten zu Konzerten und bindet viele bekannte Musiker in die Geschichte ein. So haben Patti Smith, Iggy Pop und Lykke Li einen Auftritt in dem Film. Dieser Teil des Spielfilms bereitet Musikfreunden viel Freude, da sich die Musiker auch nicht verstellen sondern einfach realitätsnah und echt sind. Hinzu kommt eine Dreiecks-Liebesgeschichte, mit der Drehbuchautor Malick die für ihn wichtigen Botschaften transportiert. Mit dieser Liebesgeschichte rückt die Musikszene in den Hintergrund und der Film “Song to Song” bekommt etwas Konventionelles. Dabei versucht Malick der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und ein authentisches Porträt der Zeit zu liefern. Dies manifestiert sich für ihn in einer Ziellosigkeit, der vergeudeten Freiheit und dem Problem sich in einer modernen Welt treu zu bleiben. So benutzt er die Musikszene Austins mit all seiner Authentizität und die überkonstruierte Liebesgeschichte um einen vermeintlichen Film über Selbsterkenntnis zu drehen und dabei das moderne Leben zu verurteilen. Dies manifestiert sich alles in der Hauptdarstellerin, die durch ihre Freiheiten rücksichtslos geworden ist. Um sie zu charakterisieren, benutzt Malick wieder einmal den gehauchten Off-Kommentar, der den inneren Monolog wiedergeben soll. Auf diese Weise erhöht er das Gesprochene, obwohl das meiste davon leere Floskeln sind, die alle darauf abzielen, ein höheres Maß an Spiritualität zu gewinnen oder die Notwendigkeit eines Glaubens zu manifestieren. Um das Ganze auch bildlich zu inszenieren, wählt Malick seinen üblichen Stil. Er drehte den Film vor allem in Austin und fing stets nur natürliches Licht ein. Dabei liebt er das Spiel mit Fenstern samt wunderschönen Licht, was in die Lebenswelten der natürlich allesamt sehr schönen Darsteller eindringt. So bestehen wieder viele Teile des Films aus inneren Dialogen, während wir die Protagonisten dabei beobachten, wie sie im wunderschönen Licht dem Nichtstuns frönen. Alles passt sich dabei der Grundideen Malicks an. In diesem Sinne wurden nur helle Drehorte genutzt, schwarze Kleidung gewählt (damit die Strahlkraft des menschlichen Gesichts hervortritt) und meistens Stätten wohlhabenden Lebens gewählt, um dies zugleich anzuprangern, da es die menschliche Leere nicht füllen könnte. So entführt Malick die Zuschauer wieder in eine wunderschöne Welt mit verdorbenen Menschen, die aber durch Selbsterkenntnis und Spiritualität noch zu retten sind. Schade, dass dabei das wunderbare Portrait der Musikszene Austins mit den vielen tollen Songs in den Hintergrund gerät.

Fazit: Kaum ein anderer Regisseur verpackt seine Botschaften und Überzeugungen so überdeutlich in Filme wie der amerikanische Regisseur Terrence Malick. Diese sind stets von starker Religiosität und einem erhöhten moralischen Standpunkt geprägt. Verpackt wird das Ganze in wunderschöne Bilder mit natürlichem Licht und verträumt dreinschauenden Darstellern. Dies bereitet vor allem anfänglich Freude und Musik-Liebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Doch sehr schnell wird der Zuschauer ermüdet von zu viel Schönheit, zu viel Besserwisserei und er weiß bereits, wie die Geschichte ihren Lauf nehmen wird. So ist der neueste Film des Regisseurs “Song to Song” eine konsequente Fortsetzung seiner Werke und ist trotz hochkarätiger Besetzung gewiss nichts für jedermann.

Bewertung: 5/10

Kinostart: 25. Mai 2017, DVD-Start: 2. November 2017

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von StudioCanal Deutschland

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