“Ghost Stories” (2017)

© Concorde Filmverleih GmbH

Filmkritik: Das Horrorgenre, speziell auch das Subgenre des Geisterfilms hat in allen Jahrzehnten Blüten geschlagen. Der Spielfilm mit dem fast generischen Titel “Ghost Stories” (OT: “Ghost Stories”, UK, 2017) sticht hierbei aus der Masse hervor, was vor allem an seiner tadellosen Umsetzung und dem gelungenen Spiel mit Genrekonventionen liegt.

Professor Philip Goodman (Andy Nyman) hat sich darauf spezialisiert, übernatürliche Fälle als Betrug zu entlarven. Als sein großes Idol auf ihn zukommt und ihm drei Fälle anvertraut, welche dieser nie erklären konnte, macht sich Goodman an die Arbeit. Zuerst trifft er den Wachmann Tony Matthews (Paul Whitehouse), der vor einigen Jahren in einem verlassenen Gebäude Traumatisches erfuhr. Danach trifft er sich mit dem jungen Simon Rifkind (Alex Lawther), dem eine dämonische Begegnung in den Knochen steckt und dem Broker Mike Priddle (Martin Freeman), der von einem Poltergeist aufgesucht wurde. Werden diese drei Fälle Philips Weltbild verändern?

Im Jahr 2010 hat das Stück “Ghost Stories” am Liverpooler Playhouse seine Premiere und siedelte dann kurze Zeit später nach London über. Die beiden Regisseure und Drehbuchautoren Jeremy Dyson (1966) und Andy Nyman (*1966) verrieten nichts über den Inhalt und konnte damit viele Zuschauer anlocken und dann gehörig erschrecken. Dies stellt eine ungewöhnliche Leistung für ein Theaterstück dar. Die Werbung für dieses funktionierte über die Veröffentlichung der Reaktionen des Publikums (siehe YouTube-Trailer). Im Jahr 2017 adaptierten sie selbst ihr Stück für die Leinwand und konnten namhafte Schauspieler wie Martin Freeman (bekannt aus “Sherlock” (2010-2017) und “Per Anhalter durch die Galaxis” (2005)) und Alex Lawther (“The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben” (2014)) gewinnen. Die Kinoversion ist dabei wahrlich gelungen. Die drei Geschichten entfalten alle ihre unheimliche Wirkung und der allumfassende Rahmen gibt dem Zuschauer stets das Gefühl, dass mehr dahinter steckt. Auch wenn die finale Auflösung für die heutige Zeit recht typisch ist, kann man zwar die ein oder andere Sache erahnen, aber nicht das ganze Ausmaß.

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Seine intensive Wirkung verdankt der Film der tadellosen Umsetzung. Mit klassischen Schockmomenten, welche handwerklich sehr gut umgesetzt wurden, und perfekten Locations wird hier eine intensive Stimmung erzeugt. Die Spannung, mit kleinen Pausen durch die Rahmenhandlung, kann der Film durchschnittlich hoch halten. Dazu trägt auch die interessante Ausgestaltung der Charaktere bei. Die Figuren sind weniger glatt und durchschaubar, als in anderen Horrorfilmen, und besitzen Ecken und Kanten. Dies trifft vor allem auf die Hauptrolle des Professor Goodman zu, welcher von dem Regisseur Andy Nyman, wie auch schon im Theaterstück, selbst verkörpert wird. Aber auch jede Nebenrolle ist wichtig und hervorragend besetzt, was viel zur Stimmung des Films beiträgt. So besticht der Film “Ghost Stories” mit einer starken Mischung aus klassischer Geistergeschichte mit viel Spannung und Überraschungen und einer stimmigen Ausgestaltung.

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Fazit: Der britische Spielfilm “Ghost Stories” der beiden (Theater-)Regisseure Jeremy Dyson und Andy Nyman ist die erfolgreiche Adaption ihres eigenen Theaterstücks. Mit hervorragenden Gruselmomenten, einer handwerklich guten Umsetzung, sehr guten Darstellern u.a. Martin Freeman und einer intensiven Geschichte, die weder Neuerungen noch Reminiszenzen scheut, ist ihnen ein Horrorfilm gelungen, der aus der Masse heraussticht und im Gedächtnis bleibt.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 19. April 2018, DVD-Start: 6. September 2018

Der Trailer zum Film “Ghost Stories”

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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