“Die Bestimmung – Allegiant” (2016)

© 2015 Concorde Filmverleih GmbH

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Filmkritik: Der jetzt in den Kinos anlaufende Film “Die Bestimmung – Allegiant” (Originaltitel: “The Divergent Series: Allegiant”, US, 2016) ist der dritte von vier Filmen, welche die Romantrilogie von Veronica Roth auf die Leinwand bringen. Die 1988 geborene Schriftstellerin Roth veröffentlichte nach ihrem Studium des Schreibens im Jahr 2011 das Buch “Die Bestimmung” (“Divergent”) und konnte mit diesem Debüt bereits große Erfolge verbuchen. Seitdem bewegte sie sich nur in diesem Universum und schloss 2013 die Trilogie mit “Die Bestimmung – Die letzte Entscheidung” (“Allegiant”) ab. Im darauffolgenden Jahr wurde unter der Regie von Neil Burger (bekannt für Filme wie “The Illusionist” (2006) und “Ohne Limit” (2011)) der erste Roman verfilmt. 2015 erschien dann die Verfilmung des zweiten Romans “Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit” (“Insurgent”) unter dem Titel “Die Bestimmung – Insurgent” auf der Leinwand. Die Regie übernahm der Deutsche Robert Schwendtke (*1968), der sich mit Filmen wie “Flight Plan – Ohne jede Spur” (2005), “R.E.D. – Älter, Härter, Besser” (2010) und „R.I.P.D.“ (2013) einen Namen gemacht hat. Er zeichnet sich nun auch für den dritten Teil verantwortlich. Er schuf einen Film, der sich nahtlos an seine Vorgänger anschließt, und das leider nicht nur im positiven Sinne.

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Im ersten Teil der Trilogie entdeckt Beatrice “Tris” Prior, welche im ummauerten Chicago lebt, dass das Leben nicht so unspektakulär verläuft, wie sie es befürchtet hat. Das Leben in Chicago ist in Kastensysteme unterteilt. Bei einer Bestimmungszeremonie entscheidet sich, welchen Weg Tris im Leben einschlagen wird. Doch es stellt sich heraus, dass sie eine Unbestimmte (Divergent) ist. Dadurch kann sie sich einer Gruppe ihrer Wahl anschließen. Nachdem sie sich für die mutigen Ferox-Krieger entschieden hat, lernt sie einerseits die Liebe ihres Lebens, Four (Theo James), kennen und erkennt andererseits, dass das System, in dem sie leben, fehlerhaft ist. Im zweiten Teil geht sie dagegen vor und gewinnt eine alles verändernde Wahrheit: Es gibt noch Leben außerhalb der Mauern. Im dritten Teil macht sich Tris nun zusammen mit Four, ihrer besten Freundin Christina (Zoë Kravitz), ihrem Bruder Caleb (Ansel Elgort) und dem verschlagenen Peter (Miles Teller) auf den Weg hinter die Mauern. Nach der gefährlichen Flucht werden sie vom Amt für genetisches Sozialwesen und dessen Chef David (Jeff Daniels) aufgenommen und erfahren die Wahrheit über Chicago. Hin- und hergerissen zwischen der Möglichkeit sich ein neues Leben aufbauen zu können oder ihren Freunden und Familien in Chicago zu helfen, müssen Tris und ihre Freunde ihren Platz finden und entscheiden, wem sie vertrauen wollen.

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Es ist keine Neuheit dieses Jahrhunderts, dass Jugendbuchreihen geschrieben werden und oft großen Erfolg haben. Doch was den Eindruck zur Zeit verstärkt, ist, dass seit dem Erfolg der “Twilight”-Reihe, die von 2008 bis 2012 verfilmt wurde, viele Jugendbücher mit einem weiblichen Zielpublikum und ähnlichen Themen in die Kinos gelangen. Die Filmemacher werden von der Möglichkeit angezogen, dass die Stoffe meistens mehrteilig sind, das Zielpublikum bereits vorhanden ist und sich damit viel Geld verdienen lässt. So konnte man sich in den letzten Jahren vor Filmen wie der “Tribute von Panem”-Reihe (2012-2015), der deutschen Filmreihe beginnend mit Rubinrot (2013) und auch der “Bestimmung”-Trilogie nicht verstecken. In anderen Fällen war der Gewinn nicht hoch genug, um die Geschichten weiter zu erzählen (tragisch wie bei “Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse” (2004) und verkraftbar wie bei “Der Goldene Kompass” (2007)). Doch die hier näher beleuchtete Reihe der Autorin Roth besitzt wohl genug Popularität, dass sie bis zum Ende erzählt wird. Die Story hat die typische Mischung aus Dystopie und Liebesgeschichte. Es geht um die großen Themen im Leben von Jugendlichen: Den Platz im Leben zu finden, die erste Liebe und die Angst um die Zukunft. Was im Roman bestimmt noch besser funktioniert, da mehr ins Detail gegangen werden kann, ist im Film leider nur eine Ansammlung von bekannten Elementen. Auch in dieser Reihe geht es um Machtmissbrauch, die Wahrheit und die Freiheit. All das kommt einem aus Büchern/Filmen wie “Die Tribute von Panem” und “Maze Runner” unglaublich bekannt vor. Im ersten Teil lässt man sich anfänglich noch gern in die andere Welt entführen, aber nach und nach schleichen sich Längen, bekannte Muster und Unsinnigkeiten ein. Der zweite Film setzt die negativen Elemente gnadenlos fort und schafft es nicht, Sympathien für die Figuren aufzubauen. Hinzu kommt, dass das neu erschaffene Universum seinen Reiz verloren hat. Leider schließt der dritte Film dort nahtlos an. Bis hierhin hätte man eigentlich Sympathien für die Charaktere aufbauen müssen, um ihren Weg in die neue Welt gespannt zu verfolgen, aber das Schicksal der Protagonisten rührt einen kaum und ist leider auch vorhersehbar. Der dritte Teil hat aber durch die Welt außerhalb der Mauer trotzdem nochmal an Spannung dazu gewonnen. Der Zuschauer wird wieder in eine neue, interessante Welt gestoßen. Doch leider erkennt dieser viel schneller als Tris selbst, was wirklich vor sich geht. Die moralischen Fragen, die aufgeworfen werden, sind bereits aus vielen anderen Filmen bekannt und abgearbeitet und regen somit nicht zum Nachdenken an. Mit ihrer Optik bleiben sie dem Stil der Vorgänger treu und bauen viele ansehnliche Spielereien mit ein. Die Mischung aus Endzeitwelt und futuristischer, schöner Ästhetik ist annehmbar, wenn auch vieles arg nach am Computer entworfen aussieht. Im Gesamten kann der dritte Teil der Saga vor allem Fans und Jugendliche anlocken. Dafür haben sie auch die richtige Besetzung gewählt. Shailene Woodley und Ansel Elgort besitzen durch ihren gemeinsamen Film “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” (2014) bereits eine große Fangemeinde. Auch die anderen Jungstars wie Miles Teller und Zoë Kravitz passen da gut dazu. Um ältere Zuschauer auch von der Besetzung zu überzeugen, wurden bekannte Größen wie Jeff Daniels und Naomi Watts hinzugeholt. Doch auch Schauspielergrößen können stereotypische Charakterisierungen nicht komplett überspielen. Gerade die Charaktere der Altstars sind im ganzen Film mehr als durchschaubar. So bleibt der Film ein Genrestück für eine bestimmte Fangemeinde und wird darüber hinaus kaum Resonanzen finden.

© SND

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Fazit: Die Verfilmung von Jugendbuchreihen ist noch immer en vogue und gewinnbringend. Doch muss man dabei einfach die Guten von den Schlechten trennen. Unabhängig von der Vorlage gehören die bisherigen drei Teile dieser Reihe zu den Schlechteren. Der Film “Allegiant” besitzt wie seine Vorgänger zwar Potential, aber verspielt es mit uninteressanten Charakteren, argen Story-Logik-Lücken und einer Geschichte, die zu bekannt ist, um spannend zu sein. Fans der Bücher und Anhänger von seichter Fantasy-Jugend-Unterhaltung könnten trotzdem auf ihre Kosten kommen.

Bewertung: 4,5/10

Kinostart: 17.03.2016

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Pressematerial von Concorde Filmverleih

Wikipedia

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