Sechs Fragen an Laura Moss

Interview: Der außergewöhnliche Kurzfilm “Fry Day” lief auf dem 19. Landshuter Kurzfilmfestival 2018 in der ‘Shock Block’-Reihe und lieferte eine andere Art von Horror. Die amerikanische Filmemacherin Laura Moss, welche schon mit ihrem Kurzfilm “Rising Up: The Story of the Zombie Rights Movement” auffiel, erzählt uns etwas über die Faszination der damaligen Ereignisse, auch mal was aus der Hand zu geben und wie es bei ihr weitergeht.

The original english language interview is also available.

Wie hast Du die Geschichte zu Deinem Film entwickelt? Was faszinierte Dich persönlich an diesem Event?

Die Idee zu dem Film entstand, als mein Schreibpartner und ich über Ted Bundy für ein Drehbuch recherchierten. Ich stieß auf diese Parkplatz-Party, die sich spontan gegenüber seiner Hinrichtung ereignete, und erkannte sie sofort als die perfekte Kulisse, um eines der Themen zu erforschen, die mich am meisten interessieren: weibliche Handlungsfähigkeit in aggressiven männlichen Umgebungen.

Der Film ist schwer einzuordnen. Zu welchem Genre gehört er Deiner Meinung?

Ich würde sagen, es ist in erster Linie eine Coming-of-Age-Geschichte, aber ein Aspekt ist sicherlich auch die sich langsam aufbauende Spannung.

Die dargestellten Ereignisse des BBQs wirken sehr authentisch. Wie bist Du an die Rekonstruktion des damaligen Tages herangegangen.

Mein Design-Team und ich haben visuelle Recherchen durchgeführt, um nicht nur den Zeitraum, sondern auch den Ort genau zu rekonstruieren (der Film spielt in Florida, aber wir haben in Connecticut gedreht). Zum Glück gibt es stundenlanges Nachrichtenmaterial von der Veranstaltung und viele Fotos. Ich reiste auch nach Starke (Florida) in Vorproduktion und fotokopierte Jahrbuchfotos, interviewte Leute, die dort waren, nahm im Grunde alles in mich auf, was ich konnte.

Du bist selbst Szenenbildnerin. Wie war es hier einmal das aus der Hand zugeben?

Grace Sloan, meine Szenenbildnerin bei diesem Film, war großartig und auch sehr geduldig mit mir. Ich musste mich immer davon abhalten, mich zu sehr in das Produktionsdesign einzumischen, aber ich glaube, wenn man die richtigen Leute einstellt, ist es die Hauptaufgabe als Regisseurin, eine Vision zu vermitteln, ihnen dann zu vertrauen und ihnen nicht im Weg zu stehen.

Deine Hauptdarstellerin Jordyn Dinatale ist großartig. Wie hast Du sie gefunden?

Jordyn ist unglaublich. Unsere Produzentin, Valerie Steinberg, sah Jordyn Off-Broadway in einem Stück namens “Recall” Jahre zuvor, wo Jordyn eine verhaltensgestörte Teenagerin spielte. Sie dachte sofort an Jordyn für diese Rolle und wir riefen sie an, um sie zum Vorlesen einzuladen. Es ist ein Vergnügen, mit ihr zu arbeiten, und ich hoffe, dass ich es bald wieder tun kann.

Wie geht es bei Dir weiter? Wirst Du einen Langfilm auf die Beine stellen?

Zur Zeit arbeite ich an meinem ersten Spielfilm, einer rein weiblichen Adaption der Frankenstein-Geschichte, in der zwei Frauen, eine neonatale Krankenschwester und eine Leichenschauhaustechnikerin, durch ihre Beziehung zu einem wiederbelebten Kind miteinander verbunden sind.

Die Fragen stellte Doreen Matthei

Übersetzung von Michael Kaltenecker

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Interview: The extraordinary short film “Fry Day” was shown at the 19th Landshut Short Film Festival 2018 in the’Shock Block‘ series and delivered a different kind of horror. The American filmmaker Laura Moss, whose short film „Rising Up: The Story of the Zombie Rights Movement“ caught our attention, tells us something about the fascination of the events of that time, to give something away and how it goes on with her.

How did you develop the story of the film? What fascinates you about this event?

The idea of the film came when my writing partner and I were researching Ted Bundy for a feature screenplay. I came across this real tailgate event that spontaneously occurred across the road from his execution, and immediately recognized it as the perfect backdrop to explore one of the themes I’m most interested in: female agency inside aggressive masculine spaces.

The film is hard to place. Which genre would you assign to it?

I would say it’s primarily a coming-of-age story, but there is certainly a slow-boil element of suspense to it.

The depicted events around the BBQ look very authentic. How did you reconstruct this day’s events?

My design team and I pored over visual research to accurately reconstruct not only the time period but the location (the film is set in Florida but we shot in Connecticut). Luckily there are hours of news footage of the event, and lots of stills. I also traveled to Starke, Florida, in pre-production and photocopied yearbook photos, interviewed people who were there, basically soaked everything in as much as I could.

You also work as a production designer. How was it to give that out of your hand for this film?

Grace Sloan, my designer on this film, was amazing, and also very patient with me. I always have to stop myself from meddling too much in the design but I believe once you hire the right people, your main job as a director is to communicate your vision, then trust them and not get in their way.

Jordyn Dinatale is great as your leading actress. How did you find her?

Jordyn is incredible. Our producer, Valerie Steinberg, saw Jordyn off-broadway in a play called Recall years earlier, where Jordyn played a disturbed teenager. She immediately thought of Jordyn for this role and we called her in to read.  She is a pleasure to work with and I’m hoping to again soon.

What are your plans? Are you thinking about a feature film?

I’m currently in development on my first feature, an all-female adaptation of the Frankenstein story, in which two women, a neo-natal nurse and a morgue technician, are bound together by their relationship to a re-animated child.

Questions by Doreen Matthei.

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