„Catch me!“ (2018)

Filmkritik: Der Spielfilm „Catch me!“ (OT: „Tag“, USA, 2018) zeigt, dass man aus wahren Begebenheiten immer einen Film machen kann. Hier dient das Ritual einer Gruppe amerikanischer Männer als Aufhänger und funktioniert dabei recht souverän. Vor allem wenn man sich drauf einlässt, dass man hier keinen seriösen Film bekommt, sondern eine hochkarätig besetzte Slapstick-Blödelei, dann macht dieser Film gewiss auch Freude.

Seit ihren Kindheitstagen lieben es die fünf Freunde Hoagie (Ed Helms), Bob (Jon Hamm), Chilli (Jake Johnson), Kevin (Hannibal Buress) und Jerry (Jeremy Renner) fangen zu spielen. Um immer den Kontakt zu halten und gleichzeitig jung zu bleiben, haben sie ausgemacht, dies bis ins hohe Alter zu tun. Dafür versuchen sie sich mit teils abstrusen Tricks einen Monat lang immer wieder gegenseitig zu erwischen. Der einzige, den sie bisher noch nie gefangen haben, ist Jerry, doch das soll sich jetzt auf dessen Hochzeit mit Susan (Leslie Bibb) ändern. Unterstützt werden die vier dabei von Hoagies Ehefrau Anna (Isla Fisher) und der Wallstreet-Journal-Reporterin Rebecca (Annabelle Wallis), die darüber einen Artikel schreiben möchte.

Basierend auf den Wallstreet-Journal-Artikel „It Takes Planning, Caution to Avoid Being It“ von Russel Adams, der von diesem kindlichen Ritual einer Männerfreundschaft berichtet, schufen die beiden Drehbuchautoren Rob McKittrick und Mark Steilen eine hollywood-typische Komödie. Die Geschichte, inszeniert von Regisseur Jeff Tomsic (der vor allem Kurzfilme und Serien realisiert hat), selbst ist etwas dünn, wird aber mit ausgedehnten Action-Szenen sprich Fangenspiel-Aufnahmen ausgedehnt. Hinzu kommt ein emotionales Gerüst, das einen Rahmen um die Ereignisse spannt und den Wert der Freundschaft betont. Der Humor bewegt sich dabei zwischen Übertreibungen, Slapstick und schlägt auch das eine oder andere Mal unter die Gürtellinie.

Doch was dem Film einen frischen Wind verleiht ist die Wahl der Schauspieler: mit Größen wie Jeremy Renner (bekannt aus den ersten „Avengers“-Filmen (2012) und als der Bourne in „Das Bourne Vermächtnis“ (2012)) und Jon Hamm („Mad Men“ (2007-2015) und „Baby Driver“ (2017)) hat der Film Schauspieler gecastet, die bisher durch eine starke Männlichkeit und Ernsthaftigkeit in ihren Rollen aufgefallen sind. In diesem Film können diese gegen und auch mit ihrem Image spielen – was man spätestens im Abspann vollends bemerkt. Das bereitet die meiste Freude und schafft es, den einen oder anderen Schmunzler hervorzulocken. Auch das restliche Ensemble ist gut besetzt und bekommt starke Frauenfiguren an die Seite gestellt, welche mit einem derben Maß an Übertreibung von Isla Fisher („Die Unfassbaren“ (2013)) und Leslie Bibb („Midnight Meat Train“ (2008)) und mit zurückhaltendem Charme von Annabelle Wallis („Annabelle“ (2014)) und Rashida Jones („Parks and Recreations“) gespielt werden. Zusammen mit einer souveränen, hollywood-gerechten Umsetzung samt vielen Zeitlupen und schmissiger Musik entstand so eine Komödie, welche zwar nur eine dünne Geschichte besitzt, aber durchaus unterhalten kann.

Fazit: Der Klamauk-Film „Catch me!“ macht aus einer putzigen, wahren Begebenheit einen Langfilm voller Slapstick und selbstreferenziellen Witzen. Mit vielen temporeichen Einlagen, ein paar Schlägen unter die Gürtellinie sowie einem angemessenen rührseligen Ende liefert der Spielfilm solide Unterhaltung und eignet sich so wunderbar als Spaß für Zwischendurch ohne größere Ansprüche.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 26. Juli 2018, DVD-Start: 13. Dezember 2018

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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