„Obon“ (2018)

Kurzfilm / Deutschland / Animationsfilm / 2018

Filmkritik: Auf dem DOK Leipzig verband der Kurzfilm „Obon“ von André Hörmann und Anna Samo die beiden Festivalstränge von Dokumentar- und Animationsfilm und erzählte eine bewegende Geschichte mit dafür perfekt abgestimmten Bildern.

Akiko Takakura ist einer der letzten Überlebende des Bombenangriffs von Hiroshima. Noch einmal erzählt sie ihre Geschichte und wie sie in all diesem Schrecken ihrem Vater näher kam als je zuvor.

Während eines längeren Aufenthalts in Japan, unterhielt sich der Filmemacher André Hörmann mit einigen Überlebenden der Hiroshima-Katastrophe. In langen Gesprächen mit der Überlebenden Akiko Takakura erkannte Hörmann die Kraft ihrer Geschichte und beschloss sie in einem Film umsetzen. Dabei nahm er die Interviews als Grundlage und baut diese als Off-Kommentar ein. Die Filmemacherin und Animationskünstlerin Anna Samo, welche mit ihrem Film „The Man is Big“ auf dem 28. Bamberger Kurzfilmtagen 2018 den Preis für den ‚Besten Animationsfilm‘ gewinnen konnte, schuf die Animationen zu „Obon“. Basierend auf klassischen japanischen Zeichnungen und mit ihrem eigenen Stil versehen schuf sie Bilder, die unter die Haut gehen. Dabei folgt sie einer klaren zweigeteilten Farbdramaturgie und verwendet einen fast kindlichen Stil, um die Erinnerungen zu bebildern. Zusammen mit der sachlich vorgetragenen Geschichte, welche eine enorme emotionale Wucht besitzt, macht das den Kurzfilm „Obon“ zu einem ergreifendem Kino, was man so schnell nicht vergisst.

Fazit: Der Kurzfilm „Obon“ von André Hörmann und Anna Samo erzählt die wahre Geschichte der Hiroshima-Überlebenden Akiko Takakura. Der Animationsfilm gibt die Erinnerungen im Originalton als Off-Kommentar wieder und bebildert die Ereignisse mit einprägsamen Zeichnungen, welche mit einer starken Farbdramaturgie und einem scheinbar naiven Stil arbeiten. Zusammen fügen sich Worte und Animationen zu einem wunderbaren Kurzfilm zusammen, der den Schrecken von damals wieder aufleben lässt und ein gefühlvolles Zeitzeugnis ablegt.

Bewertung: 8,5 /10

Trailer zum Kurzfilm „Obon“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

4 Gedanken zu “„Obon“ (2018)

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