„Wunder“ von Raquel J. Palacio (2013)

284 Seiten / Carl Hanser Verlag / 16,90 €

© Carl Hanser Verlag

Buchkritik: Der 2017 erschienene Film „Wunder“ von Stephen Chbosky basiert auf dem Roman „Wunder“ (OT: „Wonder“, 2013) der Autorin Raquel J. Palacio, welche sich damit über 28 Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times halten konnte und eine Geschichte mit viel Gefühl und Lebensfreude erzählt.

August ‚Augie‘ Pullman hat das seltene Treacher-Collins-Syndrom, durch das er schon mit jungen Jahren 27 Operationen benötigte und trotzdem merklich anders aussieht als gleichaltrige Kinder. Trotzdem entschließt sich der 10-jährige in diesem Jahr zum ersten Mal in die 5. Klasse einer Schule zu gehen. Dort scheint er mit Jack und Summer auch schnell Freunde gefunden zu haben, aber leider ist er auch oft dem Spott der Anderen ausgesetzt. Doch mit dem starken Rückhalt seiner Eltern und seiner Schwester Via schafft er es bestimmt, dieses turbulente erste Schuljahr zu meistern.

Der amerikanische Schriftstellerin und Verlegerin Raquel Jaramillo (*1963) veröffentlichte unter ihrem Pseudonym Raquel J. Palacio 2013 den Roman „Wunder“. Nachdem sie zusammen mit ihren Kindern einem Mädchen mit dem Treacher-Collins-Syndrom begegnet ist, spürte sie die Hilflosigkeit, wie man auf so etwas angemessen reagiert. Darauf beschäftigte sich mit der seltenen Erbkrankheit und schrieb den Roman dazu. Dieser gibt den Menschen, welche mit diesem Syndrom leben, nicht nur ein Gesicht und eine Stimme, sondern ist gleichzeitig noch ein warmherzige Coming-of-Age und Familiengeschichte. Durch den eingebauten Perspektivwechsel – insgesamt wechselt der Erzähler acht Mal, fängt die Autorin viele Sichtweisen ein und umgeht eine einseitige Darstellung. Dabei weiß jedes Kapitel mit Gefühl und auch Humor zu überzeugen, so dass eine enorme Sogwirkung entsteht. Die Kernbotschaft des Buches ist einfach und wunderbar: Seid freundlich zueinander. Faszinierenderweise wirkt das überhaupt nicht plakativ oder aufgesetzt, sondern bestechend logisch und zeigt, wie dadurch eine bessere Welt entstehen könnte. Zusätzlich liefert Palacio auch einen kleinen Guide, wie man in bestimmten Situationen reagieren kann und bringt einer breit gefächerten Leserschaft eine seltene Erkrankung näher. All das verfasst sie in einen angenehmen, leicht zu lesenden Schreibstil, welcher sich für Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen eignet. Im Gesamten ist „Wunder“, der sich zu Recht von Dezember 2012 bis August 2013 auf der wöchentlichen Bestsellerliste der New York Times hielt, ein Wohlfühl-Buch im besten Wortsinne, bei dem aufgrund vieler Emotionen kein Augen trocken bleibt, aber man auch ständig schmunzeln kann.

Fazit: Der Roman „Wunder“ von Raquel J. Palacio ist eine herzensgute Geschichte voller außergewöhnlicher Charaktere, welche die Botschaft des Buches mühelos vermitteln und zeigen wie eine Welt aussehen könnte, man wann offener und freundlicher miteinander umgehen würde. Ein Buch voller Gefühl, aber trotzdem leichtfüßig und amüsant – so wünscht man sich Wohlfühlliteratur.

Bewertung: 5/5

Geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Ein Gedanke zu “„Wunder“ von Raquel J. Palacio (2013)

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