„Karneval der Kellner“ (2019)

Kurzfilm / Österreich / Fiktion / 2019

Filmkritik: In der Comedy-Nacht des 20. Landshuter Kurzfilmfestivals liefen gleich zwei Filme, welche zeigten, dass sich ein Restaurant gut als Versteck für Kriminelle eignet. Im österreichischen Kurzfilm „Karneval der Kellner“ erzählt der Regisseur Alexander Peskador nicht nur eine souveräne Gangsterkomödie, sondern setzt auch seinem Lieblings-Wiener-Kaffeehaus ein kleines Denkmal.

Die drei russischen Juwelendiebe Bär (Viktor Krüger), Pferd (Andreas Radlherr) und Fuchs (Angelika Dolna) müssen Unterschlupf in einem Wiener Kaffeehaus suchen. Nachdem sie den Kellner (Ferri ‚Pi‘ Trümmel) überwältigt hatten, müssen sie nur noch zehn Minuten überbrücken, bis ein Fluchtauto zur Verfügung steht. Doch gerade jetzt wollen zwei Polizisten (Wilhelm Pfeiffer und Julian Waldner) bedient werden.

Julian Waldner und Viktor Krüger

Zusammen mit dem Drehbuchschreiber Luigi Bennalone schrieb Alexander Peskador (geboren 1993 in Wien) eine kleine, überzeugende Gangsterkomödie und übernahm dabei auch die Regie. Der Film erzählt stimmig ohne viele Worte, aber mit großartigen Bildern von einem Fluchtversuch, der nicht so glatt läuft, wie erwartet. Dabei erfindet er das Genre nicht neu, benutzt aber die typischen Elemente, um sie zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht dabei das Wiener Kaffeehaus, dem er so gleichzeitig ein Denkmal setzt. Der meiste Humor entsteht hier aus der Situation heraus und daraus, wie die Diebe (wie auch bei dem Kurzfilm „Cups and Robbers“ von Jim Simone) versuchen, den Betrieb zum Schein zu übernehmen. Für diese Rollen brauchte es starke Charakter-Schauspieler, die die Szenerie auch ohne Worte zum Leben erwecken und das gelingt dem Film und seinem Cast wunderbar. Hinzu kommt der authentische Charme des Live-Drehortes (es handelt sich hierbei um das Café am Heumarkt in Wien) und den gut platzierten Einsatz von Genre-Stilmitteln. Im Gesamten ist der 11-minütige Kurzfilm „Karneval der Kellner“ wunderbare Unterhaltung, die es schafft spannend und amüsant zu sein und offenbart das handwerkliche Geschick des Regisseurs Peskador, so dass man auf neue und vielleicht sogar längere Beiträge gespannt sein darf.    

Angelika Dolna, Viktor Krüger und Andreas Radlherr

Fazit: Der Kurzfilm „Karneval der Kellner“ des österreichischen Regisseurs und Drehbuchschreibers Alexander Peskador ist eine stimmige Gangster-Komödie, die gekonnt die Elemente des Genres bedient und mit ihrem treffsicheren Humor die Zuschauer begeistern kann.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Karneval der Kellner“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu “„Karneval der Kellner“ (2019)

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