„Egg“ (2018)

Kurzfilm / Frankreich/Dänemark / Animation / 2018

Filmkritik: Der schwarz-weiße Zeichentrickfilm „Egg“ gewann auf dem 31. Filmfest Dresden den Golden Reiter für den ‘Besten Animationsfilm’ und auf dem 61. DOK Leipzig die ‚Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb kurzer Animationsfilm‘. Die Regisseurin Martina Scarpelli findet für ihre Geschichte die richtige eindringliche Bildsprache zwischen Humor und Hässlichkeit und steuert damit einen anderen Beitrag zum Thema Ernährung und Magersucht bei.

Eine magere Frau lebt in einen kantigen Welt, in der jede Nahrungsaufnahme komplett durchkalkuliert ist. Doch nun wird sie mit einem Ei konfrontiert – rund und weich passt es nicht in ihren Plan.

Die in Italien geborene und nun in Dänemark arbeitende Filmschaffende Martina Scarpelli (*1988) verarbeitet in diesem 12-minütigen Animationsfilm ihre eigenen Erfahrungen vor allem was das haptische Erfassen von Nahrungsmitteln betrifft. Mit ihrem schwarz-weißen Animationsstil, angesiedelt irgendwo zwischen amüsant und auch etwas ekelhaft, findet sie die richtige optische Gestaltung. Dabei spielt sie mit Formen und Abstraktionen und macht dadurch die Gedanken, die aus dem Off in englischer Sprache eingesprochen sind, deutlich. Zusammen ergibt es einen starken, eindringlichen Film, der sich auf andere Art und Weise mit einer gestörten Ernährung beschäftigt und mit seinen Worten und den Bildern garantiert im Gedächtnis bleibt.

Fazit: Der Kurzfilm „Egg“ von Martina Scarpelli ist momentan sehr erfolgreich auf diversen Festivals unterwegs und besticht mit seiner experimentierfreudigen Animation, die ein ernstes Thema auf starke Weise vermittelt. 

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Egg“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

3 Gedanken zu “„Egg“ (2018)

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