“Carlotta’s Face” (2018)

Kurzfilm / Deutschland / Animationsfilm / 2018

Filmkritik: Der Anime-Dok „Carlotta’s Face“ von Valentin Riedl und Frédéric Schuld, gesehen u.a. auf dem 61. DOK Leipzig, den 29. Bamberger Kurzfilmtagen und auf dem 31. Filmfest Dresden, ist ein starker Animationsfilm, der die Geschichte der gesichtsblinden Carlotta erzählt.

Seit ihrer Kindheit hat Carlotta Probleme, die Gesichter der anderen und sogar ihr eigenes zu erkennen. Sie berichtet von ihren Erfahrungen in der Schule und wie ihr die Kunst geholfen hat, einen anderen Weg des Erkennens zu beschreiten.

Der Neurowissenschaftler Valentin Riedl hat sich mit dem Phänomen der Prosopagnosie untersucht. Carlotta leidete unter dieser Krankheit, die lange als solche nicht diagnostiziert wurde. Der Animationsfilm entstand in Zusammenarbeit mit dem deutschen Filmemacher Frédéric Schuld und erzählt von Carlottas Jugend. Der Off-Kommentar sind die realen Worte Carlottas und sie berichtet ohne Scheu und in starker Mundart von ihren Erlebnissen. Dafür fand Schuld die richtigen Bilder: In schwarz-weißen 2D-Zeichnungen mit starken Schattierungen und für Carlottas Kopf eine rote Wolke fängt er ihre Geschichte ein. Die Ungerechtigkeit, die ihr widerfahren ist, wird deutlich und schafft es den Zuschauer auf unmittelbare Weise zu berühren. Gleichzeitig ist der Film mit seinem dokumentarischen Ansatz auch informativ und sensibilisiert den Zuschauer für eine seltene Krankheit. Riedl und Schuld schufen eine gelungenen Kurzfilm, der nicht zu unrecht auf allen Festivals zu sehen ist und u.a. den Publikumspreis in Leipzig gewonnen hat.

Fazit: Der Animationsfilm „Carlotta’s Face“ von Valentin Riedl und Frédéric Schuld ist eine animierte Dokumentation über die Krankheit Prosopagnosie. Sie erzählen Carlottas Geschichte, vor allem aus ihrer Jugend und finden die richtige Balance zwischen eingesprochenem Off-Kommentar und starken Bildern.  

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „Carlotta’s Face“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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