„Vihta“ (2018)

Kurzfilm / Belgien / Fiktion / 2018

Filmkritik: Der belgische Kurzfilm „Vihta“ (ET: „Vihta“) von François Bierry lief im Programm ‚Selbstoptimierung‘ der 25. Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg und ist eine wunderbar bissige, überraschende Komödie über Wellness und den harten Arbeitsmarkt.

Serge (Wim Willaert) und vier seiner Kollegen werden von ihrem Chef Mickaël (Jean-Benoît Ugeux) auf einen überraschenden Betriebs-Kurzurlaub mitgenommen. In einem Spa sollen sich beim Saunieren und Nacktsein entspannen, doch es geht das Gerücht um, dass es ein Test ist, denn am Ende sollen welche entlassen werden. 

Der belgische Regisseur und Drehbuchschreiber François Bierry mischt in seinem Kurzfilm Humor und Gesellschaftskritik speziell am Arbeitswesen gelungen zusammen. Durch seine lockerleichte Inszenierung, die pointierten Dialoge und viel Situationskomik bekommt die Kritik an der falsch verstandenen Loyalität für den Arbeitgeber und die Angst um den eigenen Arbeitsplatz ein neues Gesicht. Dabei entwickelt sich die Geschichte unerwartet und bietet ein schönes Happy End, das man so nicht erahnt hat. Hinzu kommt die souveräne Umsetzung in einer scheinbar echten Spa-Umgebung. Die Stimmung wird dabei gut eingefangen. Aber vor allem die Schauspieler tragen viel zur überzeugenden Wirkung des Films bei. Bierry hat ein Ensemble zusammengestellt, was unglaublich echt wirkt. Die Abstrusität der Situation wird durch sie greifbar. Allen voran der belgische Darsteller Wim Willaert, der die Unsicherheit und dann die schlussendliche Befreiung Serges wunderbar einfängt. Rundherum ist der 20-minütige Kurzfilm „Vihta“ ein wunderbare Komödie mit ernstem Hintergrund, einer witzigen Ausgangsidee und einem großartigen Ensemble.

Fazit: François Bierrys Komödie „Vihta“ ist mehr als nur bloße Unterhaltung, auch wenn er diese wunderbar mit pointierten Dialogen und Situationskomik liefert. Es ist zudem ein kleines Gesellschaftsstück über das moderne Arbeitsleben und zeigt auf erfrischende Art, wie sich ein Individuum möglicherweise daraus befreien kann.

Bewertung: 9/10

Trailer zum Kurzfilm „Vihta“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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