„Erpe-Mere“ (2019)

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Kurzfilm / Belgien / Dokumentation / 2019

Filmkritik: Die belgische Filmemacherin Noemi Osselaer entführt die Zuschauer auf einen Besuch in ihrer Heimatstadt „Erpe-Mere“. Der Kurzfilm, der auf dem 62. DOK Leipzig seine Internationale Premiere feierte, wird dabei von Bild- und Tonimpressionen geleitet.

Das Ende eines Sommertags – das Ausklingen in der Nacht fängt die Dokumentation in statischen Bildern ein. Dabei beobachtet sie das gemächliche Leben und lauscht den Geräuschen der Nacht.

Die belgische Filmemacherin Noemi Osselaer liefert mit „Erpe-Mere“ ein außergewöhnliches Portrait ihrer Heimatstadt ab. Ihr ging es dabei nicht um eine im klassischen Sinne dokumentarische Darstellung, die das Leben in der Kleinstadt einfängt, sondern für ihren Abschlussfilm an der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten (KASK) sammelte sie über ein Jahr lang visuelle und auditive Eindrücke. Sie filmte dabei die umgebende Landschaft, Tiere, Ereignisse und nahm viele Geräusche vor allem auch aus der Nacht auf. Im Schnittraum fügte sie die Impressionen dann zu einem 21-minütigen Kurzfilm zusammen, der eine eigene narrative Struktur besitzt, aber immer wieder ins Experimentelle und ins Fühlende übergeht. Sie schuf damit eine außergewöhnliche Darstellung einer Stadt, die vor allem aus subjektiven Eindrücken besteht. Geeignete Zuschauer können sich da gut hineinfühlen, da sich die eigene Heimat meist über solche Sachen definiert. So ist „Erpe-Mere“ eine schöne, meditative Reise zum Thema Heimat und besticht mit einem nicht geradlinigen, sondern experimentierfreudigen Ansatz.

Fazit: Die belgische Kurz-Dokumentation „Erpe-Mere“ fängt die Heimatstadt der Regisseurin Noemi Osselaer auf subjektive Weise ein, indem sie visuelle und auditive Eindrücke, die sie festgehalten hat, kombiniert. Mit dem richtigen Blick für Details und viel Experimentierfreude schuf sie eine Dokumentation, die einen anderen Ansatz verfolgt und den Zuschauer in einer visuellen Strudel ziehen kann.  

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Erpe-Mere“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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