„Wolfgangs Freiheit“ (2019)

Kurzfilm / Österreich / Dokumentation / 2019

Filmkritik: In seinem Dokumentarfilm „Wolfgangs Freiheit“, gesehen auf den 30. Bamberger Kurzfilmtagen, geht der Filmemacher Gregor Centner der Frage nach, ob man auch in einem Gefängnis das Gefühl haben kann, dass man dort wohnt.

Wolfgang hat schon einige Zeit in Gefängnis verbracht und sich dort in dem beengten Lebensraum eingerichtet. Als er dann entlassen wird, wird ihm eine Freiheit geschenkt, mit der er vielleicht schlechter umgehen kann, als mit dem Leben in der Strafvollzugsanstalt. 

Der in Ravensburg geborene und in Österreich lebende und wirkende Filmemacher Gregor Centner war schon an vielen Produktionen beteiligt und schuf mit „Wolfgangs Freiheit“ nun seine zweite Regiearbeit. In dieser geht er der Frage nach dem Wohnen nach. Wann spricht man davon zu wohnen – und trifft das auch zu, wenn einem gleichzeitig die Freiheit entzogen wurde? Dieser Frage ging er nach indem er sich in einer Strafvollzugsanstalt mit mehreren Insassen unterhielt und traf dabei auf Wolfgang, der nicht zum ersten Mal einsaß. Dessen Geschichte und zeitnahe Entlassung waren so interessant, dass sich Centner auf seine Geschichte fokussierte. Dabei fängt er Wolfgangs Alltag, Rhythmus und vor allem auch sein Wohnen durch Impressionen und Interviews ein. Er belässt Wolfgang selbst zunächst in der Anonymität, doch mit der Entlassung und der Erweiterung des Raums bekommt der Protagonist ein Gesicht. Centner schafft es in den 25 Minuten nicht nur ein feinfühliges Portrait eines Menschen zu liefern, der zwischen zwei Leben öfters hin- und herpendelt, sondern zeigt auch das Leben in einer Strafvollzugsanstalt. Über einen längeren Zeitraum gefilmt und dann auf einen Kurzfilm zusammengefasst, entsteht ein bleibender Eindruck, der auch das handwerkliche Geschick Centners offenbart und neugierig auf weitere Projekte des Regisseurs macht.

Fazit: Der österreichische Kurzfilm „Wolfgangs Freiheit“ erzählt vom Wohnen in einer Strafvollzugsanstalt und wie es sich für den Protagonisten seiner Dokumentation anfühlt. Dabei wählt Centner einen klassischen Dokustil, der aus gut eingefangenen Impressionen und Interviews besteht. Er schafft es mit ruhigen Bildern die Stimmung einzufangen und gibt den Zuschauern einen Einblick, den man so selten hat.  

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Wolfgangs Freiheit“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Ein Gedanke zu “„Wolfgangs Freiheit“ (2019)

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