„Ma Geôle“ (2019)

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Kurzfilm / Deutschland / Animation / 2019

Filmkritik: Der Animationskurzfilm „Ma Geôle“ von Bianca Scali, gesehen auf den 30. Bamberger Kurzfilmtagen, besitzt eine außergewöhnliche Mixtechnik und begeistert mit seiner kindlichen Entdeckungslust.

Ein Kind entdeckt die umgebende Welt voller Freude, aber auch mit Ängsten, weil man aus manchen Situationen scheinbar nicht entkommen kann.

Die in Frankreich geborene Filmschaffende und Künstlerin Bianca Scali (*1998), welche seit 2017 an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg studiert, lebt in ihren sechsminütigen Kurzfilm „Ma Geôle“, was so viel bedeutet wie ‚Mein Gefängnis‘, gleich zwei künstlerischen Techniken aus. Sie verbindet die analoge Fotografie, hier komplett in schwarzweiß gehalten, mit der Zeichenkunst. Auf den Fotos eines Körpers bewegt sich ein gezeichnetes Mädchen. Diese animierten Zeichnungen besitzen dabei verspielte, aber realistische Züge und entzücken mit einer Niedlichkeit fernab einer übertriebenen Comic-Optik. Unterstützt wird das durch das gelungene Sounddesign, was das kleine Mädchen zum Leben erweckt. Mit der Entdeckungsfreude der Kleinen wird der Körper erkundet und mit spielerischem Geist die Fragen des Umgangs mit dem eigenen Körper gestellt. Ist dieser eine fremde Welt, die es erst zu entdecken gilt? Der Umgang damit steht zwar metaphorisch im Raum, doch die Regisseurin Scali macht daraus ein leichtfüßigen Animationsfilm, der gut unterhalten kann.

Fazit: Der Kurzfilm „Ma Geôle“ ist ein Animationsfilm, der sich aus Zeichnungen und Fotografien zusammensetzt. Die Filmemacherin Bianca Scali zeigt damit nicht nur ihre Experimentierfreude mit verschiedenen Medien, sondern sinniert auf verspielte Weise über die Verbindung von Körper und Geist.

Bewertung: 7,5/10

Schau Dir den Kurzfilm „Ma Geôle“ hier an:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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