„Accidence“ (2018)

Kurzfilm / Kanada / Fiktion / 2018

Poster des Kurzfilms „Accidence“Filmkritik: Der kanadische Kurzfilm „Accidence“, gesehen im Internationalen Wettbewerb des 31. Filmfest Dresden, von den drei Regisseuren Guy Maddin, Evan und Galen Johnson ist ein verspielter Thriller, bei dem man die Puzzleteile zusammensetzt, und bedient sich gleichzeitig an der Ästhetik von Musikvideos.

Jemand ist vom Balkon gefallen. Doch was ist passiert? 

Der erfahrene Regisseur und Drehbuchschreiber Guy Maddin (*1956) hat für seinen neuesten Kurzfilm mit dem beiden Brüdern Evan (*1983) und Galen Johnson (*1981) zusammengearbeitet. Man wird sofort von seiner Musikvideoästhetik in den Bann gezogen. Er ist wunderbar unterlegt mit dem gleichnamigen Song „Accidence“ von Ensign Broderick. Doch schnell wird klar, dass man hier gleichzeitig auch eine Art Thriller oder besser gesagt Krimistück beobachtet, ganz im Sinne von Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ (1954). In einer einzigen Einstellung fährt die Kamera langsam heraus und fängt das Treiben auf unzähligen Balkonen ein. Dabei kann man viel Entdecken und es lädt mit seinen Details zum wiederholten Sehen ein. Zudem verwendet der Film wunderbar eine Schleifenerzählung, so dass man am Ende wieder zum Anfang zurückkehrt, aber vermutlich etwas klüger ist. Die Erzählweise, die One-Shot-Ästhetik und die souveräne Umsetzung machen „Accidence“ zu einem bemerkenswerten Kurzfilm mit Wimmelbild-Charakter.

Fazit: Der neun-minütige Kurzfilm „Accidence“ der drei Regisseure Guy Maddin und Evan und Galen Johnson ist ein gelungener One-Shot, dem man die Liebe zu Klassikern, wie den Filmen Hitchcocks und Krimis genauso ansieht, wie die Liebe zu Details und Suchspielen. Untermalt von der richtigen Musik, schuf der Film eine melancholische Stimmung und unterhält mit seiner Detailverliebtheit hervorragend.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Accidence“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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