„Inside Me“ (2019)

Kurzfilm / Deutschland / Dokumentation / 2019

Filmkritik: In ihrem Abschlussfilm „Inside me“, u.a. gesehen in Bamberg und in Leipzig, beschäftigt sich die Filmemacherin Maria Trigo Teixeira mit dem Thema der Abtreibung und schuf damit einen gelungenen Anime-Dok, der dieses oft sachlich diskutierte Thema emotionale Tiefe verleiht.

Eine junge Frau erzählt von ihrer Beschluss, abtreiben zu lassen. Trotz der klaren Entscheidung machen sich bei ihr gemischte Gefühle breit.

Die in Lissabon geborene Filmemacherin Maria Trigo Teixeira (*1990) studierte an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf Animation. Für ihren Abschlussfilm suchte sie ein Thema, das nicht nur relevant genug ist, sondern das sie auch über eine lange Zeit interessant finden würde. Als sie sich für das Thema Abtreibung entschieden hatte, suchte sie das Gespräch mit mehreren Frauen, die sich für eine Abtreibung entschieden hatten, und beschloss danach nicht eine Mischung aus allen Geschichten zu erzählen, sondern sich auf eine von ihnen zu fokussieren. Im Off-Kommentar lauscht der Zuschauer den Schilderungen der jungen Frau. Wunderbar ist dabei, dass hier keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden sollen, sondern das individuelle Gefühl und das persönliche Erklären, warum man sich dafür entschieden hat, im Vordergrund stehen. Passend dazu hat die Animationskünstlerin die Filmbilder dazu geschaffen. Sie sind keine reine Wiedergabe der Geschichte, sondern Maria Trigo Teixeira entwickelte ihre eigene Bildsprache dafür. Sie findet Metaphern und Abbilder, welche die Gefühle der Protagonistin einfangen. Dabei verwendet sie starke Bilder, aber auch eine zurückgenommene Farbpalette, die vor allem aus Schwarz auf weißen Grund mit einigen Rot-Akzenten besteht. Zusammen ergeben der Off-Kommentar, die dahinter stehende reale Geschichte und die chiffrierten Animationen ein stimmiges Bild, das zurecht u.a. in Bamberg den ‚Goldenen Reiter Dokumentarfilmpreis‘ gewonnen hat.

Fazit: Der Animationsfilm „Inside me“ von Maria Trigo Teixeira wählt einen anderen Ansatzpunkt, um sich mit dem emotionsgeladen Thema Abtreibung zu beschäftigen. Er erzählt dabei aus dem Off aus einer subjektiven Sicht heraus eine Einzelgeschichte, welche in wunderbaren metaphorisch aufgeladenen Animationen ihren Widerschein findet. So besticht der nur fünf-minütige Kurzfilm mit seiner intensiven Wirkung und ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Animationen für dokumentarische Zwecke eingesetzt werden kann.  

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Inside Me“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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