„Aurora“ (2019)

Filmkritik: Der finnische Spielfilm „Aurora“ (OT: „Aurora“, Finnland, 2019) ist das Debüt der Regisseurin und Drehbuchschreiberin Miia Tervo und lief im Programm ‚Hits‘ auf dem 29. Filmfestival Cottbus. Sie weiß dabei mit viel Geschick das Genre des romantischen Films mit einer treffsicheren Milieu- und Persönlichkeitsstudie zu kombinieren und bietet der Film perfekte Unterhaltung.

Aurora (Mimosa Willamo) nimmt das Leben wie es kommt. Zusammen mit ihrer besten Freundin Kinky (Oona Airola) arbeitet sie tagsüber in einem Nagelstudio und macht nachts die Bars unsicher. Dabei schlagen sie oft über die Stränge, was immer mit zu viel Alkohol zusammenhängt. Doch Kinky möchte sich mehr aus dem Partyleben zurückziehen und so weiß Aurora nicht mehr wohin mit sich, denn ihr alkoholkranker Vater (Hannu-Pekka Björkman) bietet ihr genauso wenig ein Zuhause, wie sie es selber kann. Deshalb beschließt sie, nach Norwegen auszuwandern. Dafür braucht sie nur etwas Startkapital. Als sie den Asylsuchenden Darian (Amir Escandari) und dessen kleine Tochter Azar (Elá Yildirim) kennenlernt, erkennt sie die Chance Geld zu machen. Denn Darian braucht eine Frau um im Land bleiben zu können und Aurora will ihm dabei helfen, eine zu finden.

Das Spielfilmdebüt der finnischen Filmemacherin Miia Tervo (*1980), die auch das Drehbuch dafür geschrieben hat, ist eine gelungene Mischung aus romantischer Komödie, Milieustudie, Drama mit aktuellen Themen. Dabei bringt sie alles mit der richtigen Portion Gefühl und Humor zusammen und schuf so einen gelungenen Film, der die ZuschauerInnen u.a. auf dem Filmfestival Cottbus begeistern konnte. In ihrem Werk vermischt sich dabei typisch Finnisches, u.a. die klimatischen Gegebenheiten des Landes, mit der Beobachtung einer jungen Frau, die sich eigentlich auf einer Abwärtsspirale befindet. Zusätzlich wird das Asylthema gut als Element, aber auch mit dem richtigen Herzschmerz eingesetzt. Dass diese vielen Themen so gut ineinander greifen, liegt an dem klugen Skript, das es schafft alle Menschen sympathisch wirken zu lassen, trotz ihrer teilweisen traurigen Eigenheiten, aber auch die Möglichkeit offeriert, dass sie sich ändern können. Der starke Cast, allen voran natürlich Mimosa Willamo als Aurora, erwecken ihre Figuren wunderbar zum Leben und übertragen den Dialogwitz ebenso gut wie auch die Emotionen. Dabei stimmt das ganze Setting, in dem sie sich bewegen, und Tervo findet eine schöne Bildsprache in einer doch realistischen Umgebung. Im Gesamten besticht der Film mit seiner Inszenierung, der Geschichte, die vieles zu vereinen mag, und den sympathischen Figuren, denen man allen ein Happy End wünscht. So ist „Aurora“ ein Film, den man auf der großen Leinwand gesehen haben sollte, denn er überzeugt mit viel Humor und Gefühl.

Fazit: Der finnische Spielfilm „Aurora“ ist die perfekte Kinounterhaltung, indem er wunderbar eine romantische Komödie mit ernsten Tönen und Drama-Elementen verbindet und seine Geschichte mit sympathischen, außergewöhnlichen Menschen bevölkert. Dabei achtete die Regisseurin Miia Tervo auf die richtige Balance zwischen Humor und Gefühl sowie zwischen dramatischen, zeitaktuellen Schilderungen und Komödienelementen. Diese Mischung funktioniert wunderbar und liefert einen eindrucksvollen Auftakt einer Regiekarriere ab, die man gerne weiter im Blick behält.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Aurora“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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