„Der Sonnenkönig“ von Werner Holzwarth (2020)

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32 Seiten / ab 4 Jahren / Thienemann Esslinger / 13 €

© Thienemann-Esslinger

Buchkritik: Wolfgang Holzwarth liefert schon seit einigen Jahren interessante Kinderbücher ab – u.a. verdanken wir ihm das Buch „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ (1989). In seinem neuesten Kinderbuch „Der Sonnenkönig“ hält er wieder eine gesellschaftsrelevante Botschaft parat und kostet die Möglichkeit des Fabulierens wunderbar aus.

Konrad ist der Hahn unter vielen Hühnern und geht jeden Tag seiner Hauptbeschäftigung nach – er kräht, sobald die Sonne aufgeht. Doch als er hört, dass es an ihm allein liegt, dass das jeden Tag passiert, beschließt er seine neue Machtposition auszunutzen. Ab jetzt müssen die Hühner ihn bedienen und so richtet er sich in seiner Faulheit ein und träumt von einem goldenen Thron.   

Das Kinderbuch „Der Sonnenkönig” von Werner Holzwarth (*1947), natürlich anspielend auf den französischen Monarchen Ludwig XIV., der ebenfalls als Sonnenkönig bezeichnet wurde, setzt kindgerecht das Thema Macht und deren Missbrauch um. Der Hahn stolpert ungewollt in eine Machtposition und nutzt diese von Tag zu Tag immer weiter aus. Hier lernen Kinder ab vier Jahren, wie sich so etwas entwickeln kann. Ganz anders als in der Realität ist natürlich das Ende,

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ganz nach dem Motto: Hochmut kommt vor dem Fall. Die Botschaft ist also klar verpackt, doch nicht zu moralisierend, so dass man als kleiner Zuhörer genügend Freude bei der Geschichte entwickeln kann. Das wird gut unterstützt von den bunten, wunderbar für Kinderaugen geeigneten Illustrationen von Günther Jakobs (*1978). Im Gesamten ist es ein gelungenes Kinderbuch über missverstandene Macht und Schmarotzertum, natürlich verlagert ins Tierreich, und überzeugt mit seiner stringenten Geschichte und vor allem seinen amüsanten Illustrationen. 

Fazit: Das deutsche Kinderbuch „Der Sonnenkönig“ von Werner Holzwarth erzählt die gelungene Geschichte eines Despoten aus dem Tierreich und zeigt die Wechselwirkung von Macht und der damit einhergehenden Ausbeutung. Dabei findet er in der Erzählung den richtigen Ton und wird wunderbar von den Illustrationen von Günther Jakobs unterstützt.

Bewertung: 4/5

Leseprobe des Kinderbuchs „Der Sonnenkönig“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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