„Yummy“ (2019)

Letzte Artikel von Doreen Matthei (Alle anzeigen)

Filmkritik: Der belgische Filmemacher Lars Damoiseaux landete mit seinem Zombie-Horror „Yummy“ (OT: „Yummy“, Belgien, 2019) auf dem Fantasy-Filmfest 2020 einen Überraschungshit beim Publikum. Jetzt nachdem die Pforten der Kinos wieder geöffnet wurden, wurde der Zombiefilm auf die deutschen Zuschauer losgelassen.

In einer Klinik in Osteuropa werden nicht nur Schönheitsoperationen vorgenommen, sondern wohltätigerweise auch Teenager-Schwangerschaften beendet. All das erfahren Michael (Bart Hollanders) und seine Freundin Alison (Maaike Neuville) sofort nach ihrer Ankunft. Alison ist angereist, um ihre Brüste verkleinern zu lassen, was jeder Mann bedauert, dem sie von ihrem Wunsch erzählt. Zusammen mit ihrer Mutter (Annick Christiaens), welche selbst auch durch die Hand des bekannten Arztes Dr. K. (Eric Godon) diverse Schönheitskorrekturen vornehmen lassen möchte, werden sie aufgenommen. Durch einen illegalen Rundgang mit dem Pfleger Daniel (Benjamin Ramon), entdeckt Michael, dass in diesem Haus noch mehr vor sich geht. Aber bevor er Alison richtig warnen kann, bricht eine Zombieepidemie über die Patienten und Ärzten herein, der anscheinend niemand entkommen kann.

Bart Hollanders, Maaike Neuville und Benjamin Ramon

Das Gespann der Drehbuchautorin Eveline Hagenbeek und des Regisseurs Lars Damoiseaux hat sich mit „Yummy“ einen Film erdacht, der alles beinhaltet, was Zombiefilme zu bieten haben. Die Grundlage bietet eine fast schon klassische Kritik an der Schönheitsindustrie und denjenigen, die ihr verfallen sind. Aus diesem Grund heraus, versucht ein natürlich osteuropäischer Arzt auch eine Formel für die ewige Jugend zu finden, welche dann gehörig schief geht. So liefert der Film die typische Kombination aus Experimenten und medizinischen Dienstleistungen, welche aber nicht viel Wert auf die Patienten oder Hygiene-Standards legt. Mit der Aussage, dass es dabei nur um Profit geht, endet dann aber auch schon die kritische Dimension. Nach nur recht kurzer Zeit geht die Zombie-Action los und dann wird dem Zuschauer ein buntes Potpourri präsentiert, von einem brennenden Penis über eine Unmenge an Gedärmen und Blut und vielen menschlichen Verstrickungen und Zwistereien samt der Verheimlichung von Zombiebissen. Hier wird so viel geschnetzelt, gekämpft und oberflächliche Sprüche rausgehauen, wie es nur geht. Die DarstellerInnen spielen ihre Rolle dabei mit einem übertriebenen Ernst und kosten ihre Stereotypen so richtig aus. Aber vor allem die Effekte, meist handgemacht, können sich sehen lassen, ebenso wie die Location. Als geneigte ZuschauerInnen kann man damit recht viel Spaß haben, denn man kann und will das Ganze natürlich nicht für voll nehmen. Aber hier liegt der Knackpunkt: Die FilmemacherInnen nehmen ihren Film leider viel zu ernst, eigentlich hätten sie mehr dem Komödienhaften frönen müssen, so dass es vollends zum Zombie-Spaß mutiert. Doch unterhaltsam ist es für Freunde des Genres allemal. 

Fazit: Der belgische Horror-Slasher-Film „Yummy“ von Lars Damoiseaux, der es als Genrefilm dank der Corona-Krise verhältnismäßig lange in den Kinos lief, ist feinste Zombie-Unterhaltung, welche nicht ironisiert, sondern den Katalog aller klassischen Zombieereignisse durchdekliniert und dazu bei noch ein paar wahnwitzige Ideen einbaut. Handwerklich gut gemacht kann der Film gut unterhalten, doch für voll nehmen kann man und sollte man ihn auch nicht.   

Bewertung: 5/10 

Kinostart: 23. Juli 2020 / DVD-Start: 23. Oktober 2020

Trailer zum Film „Yummy“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.