„Next Station: Russia“ (2020)

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Filmkritik: Der russische Filmemacher Ivan Sosnin erzählt in seinem Spielfilm „Next Station: Russia“ (OT: „Иваны, помнящие родство“, ET: „Next Station: Russia“, Russland, 2020) in fünf Episoden gefühlvolle Geschichten, welche sich alle um den Namen Ivan drehen und von der Liebe zu seinem Land handeln. 

In dem Zug von Moskau nach Wladiwostok schreibt Ivan (Anton Adasinsky) die Geschichten anderer Namensvetter auf. Da ist der Fischer (Kirill Käro), der ohne Hörgerät nichts hört und der hofft mit dem Gewinn aus der Lotterie eines neues kaufen zu können. Dann ist da noch ein Halbrusse aus Kuba (Zakariya Al-Yazidi), der das Land seines einen Elternteils kennenlernen will und dabei sein russische Herz entdeckt. Außerdem erzählt er noch die Geschichte zweier verschwundener Väter (Aleksey Serebryakov und Fyodor Dobronravov), welche beide über einen Umweg wieder mit ihren Kindern in Kontakt kommen. Der Erzähler selbst lernt auf der Fahrt einen jungen Sänger (Vadim Norshteyn) kennen, dem er bei der Entwicklung seiner Songs behilflich ist und so nutzen sie die lange Zugfahrt für einen musikalischen Durchbruch.

Der russische Regisseur Ivan Sosnin (*1990), der auch das Drehbuch zu dem 81-minütigen Spielfilm schrieb, erzählt in fünf Geschichten von Männern mit dem Namen Ivan. Dabei sind alle Geschichten von viel Gefühl fürs Land, die Musik, die Familie oder eine neue Liebe geprägt. Jede Geschichte besitzt eine andere Stimmung, aber bei allen überwiegt ein warmes Gefühl. Gebündelt werden die Geschichte von der fünften Geschichte – einer Zugfahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok. Ein Schriftsteller schreibt die Geschichten auf und baut so den Rahmen auf, wird aber auch ein Teil der Geschichte selbst. Die Erzählweise ist dabei stets schwungvoll, kurzweilig und wurde bewusst als leichte Unterhaltung konzipiert. So besticht sie mit einer angenehmen, leichtgängigen Erzählweise sowie einem emotionalen Zugang zu den einzelnen Geschichten. Vor allem für russische ZuschauerInnen eignet sich der Film besonders, da hier stets eine starke Landesliebe zu den Geschichten dazu gehört. Unterstützt wird das durch vielfältige Aufnahmen des Landes, Russland wird hier mit dem Zug von West nach Ost durchquert und in seiner Weite am Meer, in der Stadt oder auf dem Dorf eingefangen. In dieser finden sich die ProtagonistInnen, allesamt wunderbar ausgewählt, perfekt ein und erwecken ihre Geschichte und Figuren zum Leben. So entstand im Gesamten ein unterhaltsamer Spielfilm, der nicht davor zurückschreckt emotional zuweilen auch sentimental zu werden.

Fazit: Der russische Spielfilm „Next Station: Russia“ erzählt mit viel Gefühl die Geschichten von fünf Männern, welche ihren Platz im Leben, in der Liebe oder in Russland finden. Der Regisseur Ivan Sosnin schreckt dabei auch nicht vor einer großen Portion Emotionalität zurück, lässt seinen Film in schönen Farben leuchten und bringt so leichtfüßige Unterhaltung auf die Kinoleinwände sobald dies wieder möglich ist.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „Next Station: Russia“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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