„Seemed“ (2020)

Kurzfilm / Russland / Fiktion / 2020

Filmkritik: Der russische Kurzfilm „Seemed“ (OT: „Показалось“) von Baibulat Batullin, der im Wettbewerb Kurzfilm des 30. Filmfestival Cottbus 2020 lief, ist ein amüsanter und provokanter Kurzfilm, der mit der Tatsache spielt, dass Missstände gerne übersehen werden.

Mitten in einer russischen Stadt taucht in einem Hof eines belebten Wohnviertels ein gigantischer Hintern auf. Doch niemand bis auf den Physiklehrer Aleksandr Aksenov (Ivan Dobronravov) scheint ihn zu bemerken.

Der Regisseur Baibulat Batullin (*1993), der zusammen mit Anna Filatova das Drehbuch für seinen 12-minütigen Kurzfilm schrieb, hatte zuerst die Idee für einen Langfilm, in dem die Vorgeschichte und die nachfolgenden Ereignisse komplexer eingefangen werden. In seiner Kurzform-Variante verdichtete er die Geschichte auf den Höhepunkt der Entdeckung des Hinters und wie dieser Lehrer dafür kämpft, dass dieser vor allem als Gefahr wahrgenommen wird. Die Metapher auf diverse gesellschaftliche Probleme ist dabei offenkundig. Am stärksten erinnert der explosive Hintern an die Klimakrise und wie diese jahrelang geleugnet wurde. Handwerklich sehr gut umgesetzt und mit Ivan Dobronravov hervorragend besetzt, besticht der Film als humoristische Kritik, welche voll aufgeht und trotzdem für schöne WTF-Momente sorgt.

Fazit: Der Filmemacher Baibulat Batullin schuf mit seinem Kurzfilm „Seemed“ eine gelungene, bissige Farce auf viele gesellschaftliche Probleme und platziert einen überdimensionierten Hintern als Zeichen dafür in die Welt. Tadellos umgesetzt, spannend und amüsant begeistert der Film und stach so unter den Wettbewerbs-Kurzfilmen hervor.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Seemed“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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