„Atomkraft Forever“ (2020)

Filmkritik: Die Dokumentation „Atomkraft Forever“ (Deutschland, 2020) von Carsten Rau, welche auf dem 63. DOK Leipzig seine Weltpremiere feierte, beschäftigt sich mit dem Abbau von Atomkraftwerken in Deutschland, wirft auch einen Blick nach Frankreich und lässt alle Parteien bei diesem Thema zu Wort kommen.

Seit 25 Jahren wird in Greifswald das ehemalige Atomkraftwerk abgebaut. Viele Menschen, viel Geld und viele Ressourcen sind notwendig, um diesen Ort zu säubern und den kontaminierten Abfall zu entsorgen. Zudem muss ein Platz für den ganzen Müll gefunden werden. Bis 2022 soll der Ausstieg in ganz Deutschland geschehen sein. Die Arbeiten, die das mit sich bringt, werden hier vom Regisseur Carsten Rau in Interviews und Beobachtungen eingefangen. Dabei unterhält er sich mit allen Parteien – Widersachern und Befürwortern der Atomkraft sowie direkt Beteiligten oder Menschen, deren Leben davon geprägt sind. 

Strahlenraum

Der deutsche Filmemacher Carsten Rau (*1967) geht in seiner Dokumentation der aktuellen Situation in Deutschland hinsichtlich der Atomenergie nach. Der von der Bundeskanzlerin Angela Merkel anvisierte Komplettausstieg naht. Wie sieht es denn vor Ort aus? Dafür unterhält er sich mit vielen Seiten, Befürwortern und Gegnern des Ausstieg, sowie mit Menschen, welche direkt oder auch nur ideologisch beteiligt sind. Hier stellt sich Rau auf keine Seite, lässt alle gleichermaßen zu Wort kommen und versorgt die ZuschauerInnen mit Informationen, welche teilweise auch als Zwischentext eingeblendet werden. Abgerundet wird die Vielzahl von Interviews mit Filmaufnahmen, welche ihre eigene Schönheit besitzen, vor allem des stillgelegten Kraftwerks in Greifswald, ob er nun die verlassene Räume erkundet, den Männern bei ihrer Arbeit zusieht oder eine Runde mit der Drohne über das Kraftwerk fliegt. Im Gesamten schuf ein Rau ein umfangreiches Portrait der jetzigen Atomkraft-Situation in Deutschland, lässt viele ihre Meinungen äußern und lädt das Publikum zum Darüber-Nachdenken ein, denn 2022 wird das Thema Atomkraft längst noch nicht Geschichte sein.

Atomkraftwerk Greifswald aus der Luft gesehen

Fazit: Mit nüchternem Blick fängt der Dokumentarfilmer Carsten Rau in seinem Film „Atomkraft Forever“ die Gesamtsituation in Deutschland bezüglich der Atomenergie, der Abrüstung und Entsorgung von Kernkraftwerken ein. Er gibt mit stimmigen Bildern und Interviews viele Meinungsbilder sowie diverse Stimmungen wieder. So entsteht ein Rundumblick über ein Thema, das noch viele Jahrzehnte gesellschaftliche Relevanz besitzen wird. 

Bewertung: 7/10

Trailer zum Film „Atomkraft Forever“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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