„Rabbit“ (2005)

Kurzfilm / UK / Animation / 2005

Filmkritik: Der britische Kurzfilm „Rabbit“ von Run Wrake, gesehen im Sonderprogramm ‚Re-Visionen‘ auf dem  63. DOK Leipzig, erzählt mit alten Kinderbuchillustrationen eine dämonische Geschichte mit zeitaktuellen Themen.

Zwei Kinder erlegen einen Hasen. Aus dessen toten Körper entspringt ein Kobold, der alles in Diamanten verwandeln kann. Das wissen die beiden schnell auszunutzen.

Der neunminütige Animationsfilm „Rabbit“ erzählt, gespickt mit bitterem Humor und Fantasie-Elementen, eine Geschichte vom kapitalistischen Machtmissbrauch – vom Gewinn und Verfall. Wie weit gehen die Kinder, um mehr Reichtum anzuhäufen und was macht das mit ihnen? Solche Fragen entstehen wie nebenbei, wenn man den Kurzfilm des fleißigen Kurzfilmregisseurs Run Wrake (1965-2014) anschaut. Die Geschichte selbst entwickelt sich dabei unvorhersehbar, was einen zusätzlichen Reiz ausmacht. Hinzu kommt eine Bildsprache, welche sich der Illustrationen des britischen Illustrators Geoffrey Highman  bedient und mit diesen eine von Idylle und kindlichen Betrachtungen kreierte Welt ins Brutale und Schreckliche verwandelt. Dazu übernimmt er die Beschriftung der Objekte, ursprünglich als Lese-Lerne-Hilfe gedacht, und verwendet diese hier um die Wirkung der Geschichte noch weiter ins Surreale zu steigern. Run Wrake schuf mit „Rabbit“ einen eindringlichen Film, der unter die Haut geht, in einem ganz besonderen Stil erscheint und zu seiner Erscheinung viele Preise u.a. 2006 eine Goldene Taube auf dem DOK Leipzig gewinnen konnte.

Fazit: Der animierte Kurzfilm „Rabbit“ von Run Wrake nutzt die klassischen Illustrationen eines Kinderbuches, um eine verstörende Geschichte über Reichtum und dessen negative Auswirkungen zu erzählen. Die Mischung aus bitterbösem Humor, den zu surrealen Bildern umgestaltet Illustrationen und die Unvorhersehbarkeit der Geschichte machen die starke Wirkung des Kurzfilms aus. 

Bewertung: 8/10

Den Kurzfilm „Rabbit“ gibt es auch schon online zu sehen. Nutzt die Gelegenheit:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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