„Zonder Meer“ (2020)

Kurzfilm / Belgien / Fiktion / 2020

Filmkritik: Der belgische Kurzfilm „Zonder Meer“ von Meltse Van Coillie, der im ‚Berlinale Shorts‘-Programm läuft, erzählt von der Trägheit des Sommers und wie Kinder auf tragische Ereignisse reagieren.  

Lucie (Lucie Wyns) ist zusammen mit ihrem großen Bruder Jeroom (Jeroom Smeyers), ihrer kleinen Schwester Lone (Lone Genar) sowie ihren Eltern (Eva Binon und Patrick Vervueren) auf einem Campingplatz. Trotz sommerlicher Hitze ist der See geschlossen, denn ein Junge ist verschwunden und womöglich ertrunken. Doch Lucie versteht die Aufregung nicht und versucht auf ihre Weise die Ereignisse zu begreifen. 

„Zonder Meer“ ist eine ruhige Geschichte über Verlust und den Umgang von Kindern mit dem Tod. Der 14-minütige Kurzfilm, der seine Weltpremiere auf dem Leuven International Short Film Festival und seine internationale Premiere auf der 71. Berlinale feierte, erzählt mit wenig Worten, aber starken Bildern aus der Sicht eines Kindes, wie es die dramatischen Ereignisse aufnimmt. Hier rückt nicht die Angst der Eltern in den Fokus, sondern die kleine Hauptprotagonistin versucht nachzuspüren, wie es sich anfühlt zu ertrinken oder tot zu sein. Auch versteht sie den Trubel nicht, sondern langweilt sich eher, da ja der See gesperrt ist. Stets aus ihrer Perspektive präsentiert, wird auch für das Publikum das eigentliche Drama zu einem Hintergrundrauschen.

Lucie Wyns

Im Format 4:3 gefilmt und mit einer gelungenen Kameraarbeit (Harm Dens) setzt die Filmemacherin Meltse Van Coillie (*1992), die auch das Drehbuch schrieb, die Geschichte um. Gelungen mit der Jungschauspielerin Lucie Wyns besetzt, welche das Gelangweilte und Trotzige des Kindes gut herausstellt, ist so  ein einfühlsamer Kurzfilm entstanden, der mit seiner schwermütigen Stimmung und dem Gefühl eines vergangenen Sommers die ZuschauerInnen ergreifen kann.

Fazit: „Zonder Meer“ ist einer der Beiträge des diesjährigen ‚Berlinale Shorts‘-Programms. Der Kurzfilm der belgischen Filmemacherin Meltse Van Coillie überzeugt als einfühlsames Portrait eines Kindes, was auf seine Weise versucht seine Umgebung zu erfassen. Dabei schafft es die Regisseurin wunderbar die sommerliche Trägheit und eine melancholische Grundstimmung zu transportieren und versetzt die ZuschauerInnen so ebenfalls auf diesen Campingplatz.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Zonder Meer“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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