„Sulphur“ (2020)

Kurzfilm / Russland / Fiktion / 2020

Filmkritik: Der russische Kurzfilm „Sulphur“ (OT: „Cepa“) von Lana Vlady, gesehen im Kurzfilmprogramm des 30. Filmfestival Cottbus, verbindet in einem atmosphärisch dichten Kammerspiel einen Krimi mit realen Umweltproblemen.

Eine Frau (Anna Slyu) wird wegen des Mordes an ihrem Ehemann befragt. Sie gesteht gegenüber der Polizistin (Natalia Chumburidze), welche noch neu in der Stadt Norilsk ist, freimütig die Tat und erzählt was sie dazu getrieben hat.

Der 20-minütige Kurzfilm „Sulphur“ ist der dritte Kurzfilm der russischen Regisseurin Lana Vlady (*1987), für den sie auch das Drehbuch schrieb. Nach einer Novelle von Dmitry Glukhovsky (*1979) entstand ein spannender Film, der kammerspielartig die Begebenheiten eines Mordes rekonstruiert. Die neu in die Stadt versetzte Polizistin wird mit der verbitterten Mörderin konfrontiert und lernt so gleich die Schattenseite dieses Ortes kennen. Denn Norilsk, welches die nördlichste Großstadt der Erde ist, lebt von der Nickelproduktion und leidet massiv unter den damit einhergehenden Umweltschäden. So klagt der Film ganz klar die Missstände an und liefert damit die perfekte Grundlage für das psychologische Spiel der beiden Frauen. Diese befinden sich stets in einem dunklen Verhörzimmer, nur ab und zu werden sie gedanklich in die helle, aber monotone Landschaft versetzt, welche von der Kulisse einer stark rauchenden Fabrik dominiert wird.

Anna Slyu und Natalia Chumburidze

So findet Vlady die richtigen Bilder für ihr spannendes Drama, bei dem sich auch sehr stark auf das grandiose Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen Anna Slyu (auch gesehen in „Conference“, dem Gewinner des 30. Filmfestival Cottbus) und Natalia Chumburidze verlassen kann. So entstand im Gesamten ein eindringlicher, packender Film, der seine Botschaft wunderbar transportiert.

Fazit: „Sulphur“ ist ein Kurzfilm der Regisseurin Lana Vlady. Daran erzählt sie mit hohem Authentizitätsanspruch von einem Verhör, einem Mord und wie die Menschen in einer mit starken Umweltschäden belasteten Stadt leiden. Dafür verwendet sie ein dichtes Kammerspiel, starke Bilder und großartige Darstellerinnen, welche die Düsterheit wunderbar transportieren, so dass der Film einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

 Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Sulphur“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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