„A Million“ (2021)

Filmkritik: Der Dokumentarfilm „A Million“ (OT: „A Million“, Japan, Deutschland, 2021), der im Sonderprogramm ‚Camera Lucida – Außer Konkurrenz‘ auf dem 64. DOK Leipzig lief, besticht mit einem Reisebericht, welcher sich vor allem an Orte begibt, die abseits jeglicher Touristenspots liegen.

Auf den Spuren von Marco Polo erkundet die Kamera die neue Seidenstraße zwischen Japan und Deutschland und entdeckt dabei Landschaften, Orte und Menschen.

Der aus Japan stammende Filmemacher Arata Mori lebte schon an verschiedenenen Orten und liebt das Reisen. Das verbindet er gern mit seiner dokumentarischen Filmarbeit. In diesem 65-minütigen Film folgt er der Route der ehemaligen Seidenstraße des Reisenden Marco Polo (1254-1324) sowie der neuen Route, die von der chinesischen Regiserung ins Leben gerufen wurde. Sein Weg führte ihn durch viele Länder wie China, Kasachstan, Usbekistan, Iran und die Türkei. Aber es ging ihm in seinen Film nicht darum, eine klare Reiseroute aufzuzeigen oder die Länder mit ihren spezifischen Gegebenheiten zu portraitieren. Sondern er entführt die ZuschauerInnen auf eine Reise, bei der Länder, Orte und Landschaften miteinander verschmelzen. Er präsentiert keine bekannten Punkte, die man schnell einem Land zuordnen kann, sondern lässt diese zu einem Panoptikum verschmelzen. Aus diesem Grund verzichtet er auch auf Dialoge oder Interviews. Die einzige zwischenmenschliche Begegnung findet zwischen ihm und neugierigen Passanten statt, so dass hier noch einmal deutlich gemacht wird, dass es sich um seine Sicht auf die Orte handelt. Mit seinem ruhigen, visuellen Stil, meist statischer Kameraarbeit und einem Riecher für faszinierende Orte schafft Mori eine Reise-Doku der besonderen Art, die dem Publikum das Entdecken, Einordnen und vor allem das empfindsame Kennenlernen dieser Orte überlässt.

Fazit: Die Dokumentation „A Million“ entführt das Publikum auf eine Reise von China bis in die Türkei und erzählt mit rein beobachtenden Aufnahmen, einer ruhigen Bildsprache und mit nur wenigen Worten von Menschen, Lebensverhältnissen und dem Miteinander.

Kinostart: unbekannt

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „A Million“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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