„From the Wild Sea“ (2021)

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Filmkritik: Die Dokumentation „From the Wild Sea“ (OT: „From the Wild Sea“, Dänemark, 2021) von Robin Petré, die auf der 71. Berlinale 2021 lief, zeigt die Schäden durch den falschen Umgang des Menschen mit der Natur, insbesondere mit dem Meer, und wie sehr die Geschöpfe der Weltmeere darunter leiden. 

Überall an den Küsten Europas arbeiten HelferInnen rund um die Uhr daran, die Schäden, welche durch Menschen verursacht wurden, zu beheben. So holen sie verletzte oder ölverschmierte Tiere aus dem Meer und versuchen sie zu retten. Manchmal kümmern sie sich auch nur darum aufzuräumen, denn für manche Geschöpfe kommt jegliche Hilfe zu spät. 

Die 78 Minuten des Dokumentarfilms „From the Wild Sea“, welche in der Jugend-Sektion ‚Generation 14plus‘ der 71. Berlinale lief, ist harter Stoff. Hier wird die Arbeit von MeeresschützerInnen und TierretterInnen eingefangen. Die dänische Filmemacherin Robin Petré (*1985) verzichtet dabei auf erklärenden Kommentare, Interviews oder ein Voice-Over. Sie lässt die Bilder selbst sprechen. Wir sehen dabei verletzte Robben in einer Auffangstation, ölverschmierte Schwäne, welche mit einem Auto zur Reinigung gebracht werden, und den Tod eines gestrandeten Wals. Die raue Schönheit der Meere und Küsten wird hier ungeschönt und in meist bläulichen Farben eingefangen und zeigt die Tragik dieser Aktionen. Denn Ursache für all das Leid ist der Mensch selbst und auch seine scheinbaren Rettungsversuche scheinen nicht wirklich zu fruchten. Natürlich kann man das Elend der Meeresbewohner nicht ignorieren und man sieht auch die Bemühungen der HelferInnen, aber es kommt trotzdem die Frage auf, ob das der Weisheit letzter Schluss ist. Denn auch die Hilfsmaßnahmen reißen die Geschöpfe aus ihrer Umgebung und verhindern nicht die weitere Zerstörung des Lebensraums. Hier fordert der Film zum Umdenken auf. Allein mit einer unverfälschten Beobachtung, teils drastischen Bildern und viel Ehrlichkeit hat Robin Petré ein Plädoyer geschaffen, die Natur und die Meere im Speziellen anders zu behandeln, denn alle können etwas dazu beitragen, dass solche Rettungsmaßnahmen nicht mehr notwendig sein müssen.

Fazit: Die dänische Dokumentarfilmerin Robin Petré erzählt in ihrem Film „From the Wild Sea“ von den Rettungsmaßnahmen an den Küsten Europas. Sie zeigt die Arbeit der HelferInnen und plädiert ohne Worte, nur mit starken Bildern für einen Wandel im Umgang mit dem Meer. Ein starker, aufrüttelnder Film, der es schafft seine Botschaft ganz ohne Holzhammer oder Pathos zu vermitteln. 

Bewertung: 8/10

Trailer zum Film „From the Wild Sea“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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