„Frauenfragmente: Gini und Resi“ (2020)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2020

Filmkritik: Der Dokumentarfilm „Frauenfragmente: Gini und Resi“, der auf den 55. Hofer Filmtagen lief, ist ein berührendes Portrait zweier Schwestern aus der Sicht eines Familienmitglieds, der Regisseurin Sophie Gmeiner

Die beiden Schwestern Resi und Gini hielten ihr ganzes Leben zusammen. Die mit einer geistigen Behinderung geborene Resi führte lange Zeit ein autonomes Leben. Gini ist ihre Sachverwalterin, aber vor allem ihrem engste Vertraute. Über die Jahre sind sie füreinander da. Jetzt blickt Gini, nach dem Tod ihrer Schwester, auf ihr gemeinsames Leben zurück.

Der Kurzfilm ist das einfühlsame Portrait von Gini und Resi, die ihr gesamtes Leben als Geschwister füreinander da waren und so auch dunkle Zeiten durchgestanden haben. Noch zu Resis Lebzeiten, welche 2020 an Covid starb, hatte die Filmemacherin Sophie Gmeiner (*1992), die Tochter von Gini, die Idee, diese beiden Frauen und ihren Zusammenhalt zu portraitieren. So entstand der Film aus einer sehr persönlichen Perspektive, jedoch erzählt er von vielen universellen Themen, die teilweise sehr düster sind. So geht es u.a. um Diskriminierung, Missbrauch und Inklusion, aber auch Zusammenhalt und Liebe. Mit einem warmherzigen und offenen Blick unterhält sie sich mit Gini, folgt ihr auf ihren Wegen und zusammen mit ihr erinnern sie sich an ihre Schwester. Der emotionale Höhepunkt des Films ist am Ende des Films zu sehen: Es zeigt eine Weihnachtsfeier im gemeinsamen Kreis, lässt das Publikum die Liebe der Familie spüren und macht deutlich, wie wichtig ein richtiger und warmherziger Umgang miteinander ist.

Fazit: „Frauenfragmente: Gini und Resi“ ist der zweite Kurzfilm aus einer Reihe von Frauenportraits von Sophie Gmeiner. Diesmal portraitiert sie zwei Schwestern aus ihrer Familie, erzählt ihre gemeinsame Geschichte und lässt mit ihren Dokumentaraufnahmen die Liebe deutlich werden. Ein starker, persönlicher Kurzfilm, der doch viel Universelles enthält und das Publikum berühren kann.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Frauenfragmente: Gini und Resi“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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