“Die Möwe ist schuld” (2013)

Kurzfilm / Norwegen / Animation / 2013

Filmkritik: Der norwegische Animationskurzfilm “Die Möwe ist schuld” (OT: “Det var ikke jeg, det var Fiskmåsen”, AT: “Blame it on the Seagull”) lief auf den 27. Bamberger Kurzfilmtagen im Block “Aus anderer Sicht” und auf dem 29. Filmfest Dresden in dem Filmblock „(Un-)möglich!“, welche sich beide mit dem Themenschwerpunkt Behinderung beschäftigten und von dem Schweizer Festivalleiter Gerhard Protschka kuratiert wurden.

Der Kurzfilm erzählt die Geschichte des Pelle Sandstrak, der als Jugendlicher die ersten Anzeichen von Zwangsstörungen und Tourette entwickelte. Er versucht trotz allem das Leben, die Schule und die Zeit mit den Mädchen zu meistern, ohne dass dabei seine neuen Ticks auffallen sollen.

Die scheinbar autobiographische Geschichte des Pelle Sandstrak wird von der Regisseurin Julie Engaas (*1968) wunderbar eingefangen. In meist schwarz-weißen Bildern gehalten erinnert der Kurzfilm an klassischen Zeichentrick und verbindet wunderbar Dokumentation mit Animation. Eindringlich und amüsant schildern die Bilder und der Off-Kommentar die Entwicklung der Krankheit und der Zwangsneurosen und wie sie einen jungen Menschen verändern können. Der 12-minütige Kurzfilm hat alles, was es braucht, um im Gedächtnis zu bleiben und ist zugleich ein einfühlsames Porträt einer Krankheit. Zusammen ergibt es einen eindringlichen, unterhaltsamen und empfehlenswerten Film.

Bewertung: 7,5/10

Den kompletten Kurzfilm kann man sich hier anschauen: Vimeo

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

“Perfekt” (2013)

Kurzfilm / Kanada / Fiktion / 2013

Filmkritik: Wie auch auf dem 29. Filmfest Dresden gab es auch auf den 27. Bamberger Kurzfilmtagen im Januar 2017 einen Block mit Kurzfilmen über Behinderungen der verschiedensten Arten. Auf beiden Festivals wurde es von Gerhard Proschka, der das Schweizer Festival Look & Roll organisiert, zusammengestellt. Der Filmblock “Aus anderer Sicht” war auch für alle Zuschauer unabhängig von ihrer Einschränkung zugänglich und wurde live von Proschka transkribiert. Die Beiträge, welche alle eine eigene Einführung bekamen, waren durchweg sehenswert, darunter auch die Kurzfilme “Der beste Weg” und “Perfekt” (OT: “Perfect”, Kanada, 2013) des kanadischen Regisseurs Karim Ayari.   Weiterlesen

“24 Wochen” (2016)

 © Neue Visionen Filmverleih

© Neue Visionen Filmverleih

Filmkritik: Der deutsche Film hatte schon immer eine besondere Schwäche für Dramen und Geschichten über Behinderungen. Dabei schafften es die Filme oftmals nicht über TV-Spielfilm-Niveau hinaus. Doch die in Erfurt geborenen Regisseurin Anne Zohra Berrached schuf mit ihrem neuesten Film –  “24 Wochen” (Deutschland, 2016) – ein realitätsnahes und ergreifendes Drama.

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