„Kippenschnippen“ (2022)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2022

Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Kippenschnippen“ von Eléna Weiß, der auf dem 43. Filmfestival Max Ophüls Preis seine Premiere feierte, erzählt vom Erwachsenwerden in einem schwierigem Umfeld.

Die beiden Teenagerinnen Carina (Marie Rosie Merz) und Denise (Lea Schmidt) haben meistens nur Dummheiten im Kopf und scheren sich wenig um die Menschen, um sich herum. Als einer ihrer Raubzüge schiefgeht, wird Carina geschnappt und muss nun fortan Sozialstunden ableisten. Beim Mülleinsammeln begegnet ihr der Obdachlose Nikolas (Sebastian Jakob Doppelbauer), der ihr eine neue Perspektive auf die Welt aufzeigt.

Nach einem Drehbuch von Julia Dorit Mergel, erzählt die Regisseurin Eléna Weiß die Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Frau, die aufgrund ihres Frauseins, ihres Familienhauses und ihrer Hautfarbe an vielen Fronten zu kämpfen hat. Dabei wehrt sie sich auf ihre bockige, rebellische Weise und kann erst durch den Kontakt mit einem Fremden über ihren eigenen Tellerrand hinausschauen. Die Geschichte ist wohltuend echt und die Figuren sind abseits gängiger Klischees authentisch und mit Tiefe gezeichnet. Die Besetzung der Rollen ist ganz hervorragend und der Film gibt den Figuren durch Improvisation zusätzlichen Raum. Auch die Inszenierung bleibt dicht bei den Personen. Mit einer meist beweglichen Kamera begleiten wir Carina auf ihrem Weg, erleben ihren Schmerz und bauen genauso eine Verbindung zu dem jungen Mann auf. So schafft es der Film sowohl nahe zu gehen als auch eine universelle Geschichte zu erzählen, über Menschen, deren Entfaltung durch ihr Umfeld so begrenzt wird, dass sie nicht wissen, wie sie diesem entfliehen können. „Kippenschnippen“ ist ein starker Film, der neugierig auf neue Projekte der Regisseurin Weiß macht.

Fazit: „Kippenschnippen“ ist ein starker Coming-of-Age-Film. Die Regisseurin Eléna Weiß erzählt darin die Geschichte einer jungen Frau, die ausbrechen will. Dabei wählt sie eine realitätsnahe und einnehmende Inszenierung und lässt die ZuschauerInnen so in die Geschichte eintauchen.

 Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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