„Steh auf du Sau!“ (2022)

Kurzfilm / Österreich / Fiktion / 2022

Filmkritik: Der österreichische Kurzfilm „Steh auf du Sau!“ von Florian Moses Bayer, der im Programm ‚Mittellanger Film‘ auf dem 43. Filmfestival Max Ophüls Preis seine Premiere feierte, ist eine starke Coming-of-Age-Geschichte eines jungen Mannes, dessen Leben geprägt ist von familiärem Druck und ländlichem Aufwachsen.

Gerry (Laurin Saied) und sein bester Freund Hans (Felix Oitzinger) haben es geschafft und wurden in die Fußball-Kampfmannschaft ihres Ortes aufgenommen. Damit macht er auch vor allem seinen Vater (Thomas Mraz) glücklich, während seine Mutter (Suse Lichtenberger) davon träumt, dass er die Chance ergreift ein Jahr im Ausland zu lernen. Seine Freundin Hannah (Antonia Baumgartner) ist davon wenig begeistert, denn sie glaubt, dass sie dem Ort nicht entkommen kann.

Die 31-minütige Coming-of-Age-Geschichte ist ein Konglomerat von eigenen Erfahrungen, aber auch den Erlebnissen vieler Jugendlicher, die dabei sind sich eine Zukunft auszumalen. In ländlicher Umgebung erkundet er dabei seine Hauptfigur, die wunderbar gespielt wird von Laurin Saied, der sich unsicher ist, wo er sich selbst sieht. Soll er einen Neustart weit ab von seiner Heimat wagen oder doch hier versuchen eine Fußballkarriere aufzubauen. Wie soll er diese Entscheidung mit seiner Beziehung vereinbaren. Aber auch die anderen Charaktere haben Probleme, mit denen sie umzugehen lernen müssen. Wie weit ist der eigene Weg vorgezeichnet? Wie gut kann man sich von den Meinungen anderer frei machen? Mit viel Feingefühl und gelungenen Bildern erkundet der Regisseur Florian Moses Bayer (*1987), der zusammen mit Marie Luise Lehner das Drehbuch schrieb, seine Figuren und schafft es diese sowie die dörfliche Atmosphäre stimmungsvoll einzufangen. Dafür fand er nicht nur die richtigen Bilder, sondern konnte sich auf sein gut zusammengesetztes Ensemble verlassen. So ist ihm eine durch und durch starke Geschichte über das Erwachsenwerden gelungen. 

Laurin Saied

Fazit: „Steh auf du Sau!“ ist ein Kurzfilm des Regisseurs Florian Moses Bayer, der darin eine starke Coming-of-Age-Geschichte erzählt, dabei aber genauso auch schwierige Themen anspricht und die Stimmung dieser bestimmten Zeit wunderbar einfängt, so dass einfühlsamer und realitätsnaher Film entstand.

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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