Fünf Fragen an Sam3

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Sam3

Interview: Im Gespräch mit dem Künstler und Filmemacher Sam3 konnten wir mehr über seinen Kurzfilm „Sensual Pill“, der auf dem 28. Slamdance Film Festival zu sehen war, erfahren, wie er die Google-Earth-Aufnahmen fand und verband und wie ihm die Musik des Künstlers Athenian Kostadis inspiriert hat. 

The original english language interview is also available.

Wie entstand die Idee aus Google Earth Aufnahmen einen Film zu kreieren?

Ich wollte wirklich etwas Erzählerisches mit der Möglichkeit machen, die Google Earth bot. Ich sah einige Fragmente online, in einem Videoclip von Max Cooper von den brillanten Brüdern McGloughlin, und einige andere zufällige Videos über kleine Zeitraffer, die mit dem historischen Satellitenwerkzeug erstellt wurden.

Die gesamte Studie und ‚Sammlung‘ wurde während des harten Lockdowns durchgeführt, den wir in Athen von Februar bis März 2021 durch die griechische Regierung erlitten. Es war eine besondere Gelegenheit, von zu Hause wegzugehen und den Planeten und unsere Städte durch das Mikroskop zu sehen.

Nach welchen Kriterien hast Du Deine Orte ausgesucht – hast Du sie gezielt gesucht oder bist Du auch zufällig drüber gestolpert?

Ich benutze einfach beides. In Anbetracht der Tatsache, dass der Planet endlich ist, dass es keine Fotos von Ozeanen gibt und dass unbewohnte Orte weniger dokumentiert wurden, war die Liste schon kürzer. Ich musste ein wenig verstehen, wie die historischen Bilder von Google Earth organisiert waren.

Zu Beginn machte ich eine Reihe von Zielen und suchte nach allen Analogien, ein anderes Mal kam ich durch Zufall darauf.

Ich interessierte mich für menschliche Interaktionen und die der Natur selbst. Die menschlichen Interaktionen sind leichter zu lokalisieren, es gab Flughäfen, Häfen, Städte, Industrien usw.. Aber was die Natur betrifft, war es für mich ein Meisterkurs in Geologie, bei dem ich viel über unseren Planeten gelernt habe.

Was lag Dir beim Schnitt am Herzen? Hast Du bei manchen Übergängen auch Aufnahmen aus verschiedenen Jahren genommen?

Der Schnitt ist der heikelste Teil des Prozesses, aber auch so ist das gesamte Werk von dem gleichnamigen Song von Athenian Kostadis inspiriert. Mein Freund bot mir an, einen Videoclip für sein bald erscheinendes neues Album Emerald zu drehen, und ich war wie hypnotisiert von diesem Song, also beschloss ich, mich auf die digitale Reise zu begeben und seine Musik als Vehikel zu nutzen. Es war sehr hilfreich, sich eine Struktur vorzustellen.

Viele der Szenen sind sozusagen Zeitraffer, bei denen Bilder von verschiedenen Zeitpunkten eingefügt werden, auch wenn sie nicht streng aufeinander folgen, und manchmal spiele ich mit Ähnlichkeitseffekten, um der Stop-Motion-Technik näher zu kommen. Eine Diashow der Zufälle.

Das Wesentliche ist, dass man nicht immer die gleiche Dokumentation für alle Orte finden kann, zum Beispiel für die Golden Gate Bridge in San Francisco findet man mehr als 80 verschiedene hochwertige Fotos aus den letzten Jahren, und für andere Orte, zum Beispiel mitten in der Wüste, findet man nur ein einziges.

Kannst Du mir noch ein bisschen mehr von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?

Ich habe einen Hintergrund in der Malerei und vor allem in Graffiti. Ich habe viel mit der Idee des öffentlichen Raums gearbeitet, mit Wandmalereien und Installationen und so weiter, und seit 2006 mache ich kleine Animationsvideos. In einer experimentellen und freien Art und Weise könnte ich es als ein Hobby betrachten, obwohl ich in den letzten Jahren immer mehr Zeit in diese Disziplin investiert habe.

Sind bereits neue Projekte geplant?

Ich arbeite an einer neuen Animation, für die ich ausschließlich archäologische Dokumente verwende.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Sensual Pill


Interview: In conversation with artist and filmmaker Sam3, we were able to learn more about his short film “Sensual Pill“, which screened at the 28th Slamdance Film Festival, how he found and connected the Google Earth footage, and how the music of artist Athenian Kostadis inspired him. 

How did you come up with the idea to create a film from Google Earth images?

I really wanted to do something narrative with the possibility that google earth offered. I saw some fragments online, in some video clip, of Max Cooper by the brilliant brothers McGloughlin, and some other random videos about small time-lapses produced using the historical satellite tool.

All the study and “collection” part was done during the hard lockdown we suffered in Athens from February to March in 2021 by the Greek government . It was a special opportunity to have a walk away from home, to see the planet and our cities through the microscope.

According to which criteria did you choose your locations – did you search for them specifically or did you come across them by chance?

Just using both. Taking into account that the planet is finite, that ocean photographs are not available and that uninhabited places were less documented, it already shortened the list to start. I had to understand a bit how the historical images of Google Earth were organized.

To begin with, I made a series of objectives and looked for all the analogies, other times I arrived by chance.

I was interested in human interactions and those of nature itself. The human ones are easier to locate, it had airports, ports, cities, industries, etc.

But for the natural part it was a master class in geology for me, where I learned a lot about our planet.

What was important to you in the editing process? Did you also take shots from different years for some transitions?

Editing is the most delicate part of the process, but even so, the entire work is inspired by the homonymous song by Athenian Kostadis.

My friend offered me to make a video clip for his soon to be released new album Emerald, and I was hypnotized by this song, so I decided to embark on the digital journey using his music as a vehicle. It helped a lot to imagine a structure.

Many of the scenes use what could be called time-lapses, inserting images from different points of time, although they are not strictly consecutive, and other times I play with similarity effects to get closer to the stop-motion technique. A slideshow of coincidences.

The essence is that you can’t always find the same documentation for all places, for example for the Golden Gate Bridge in San Francisco you find more than 80 different high-quality photos to collect from recent years, and for other places, for example in the middle of a desert, you can only find only one.

Can you tell me a bit more about yourself and how you got into film?

I have a background in painting and graffiti mainly. I have worked a lot with the idea of ​​public space, with murals and installations and all that, and I have been making small animated videos since 2006. In an experimental and free way, I could consider it as a hobby although in recent years I have been dedicating ever more of my time in this discipline.

Are there any new projects already planned?

I am working on a new animation using only archaeological documentation.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the short film “Sensual Pill

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