„Trap“ (2022)

Kurzfilm / Russland, Litauen / Fiktion / 2022

Filmkritik: Der Gewinner des diesjährigen ‚Berlinale Shorts‘, kuratiert von Anna Henckel-Donnersmarck, im Rahmen der 72. Berlinale, war der russische Kurzfilm „Trap“ (OT: „Трэп“) von Anastasia Veber, der von der russischen Jugend, ihre Träumen und ihrem Leben erzählt.

Der Olympiakader, zu dem viele junge Männer und Frauen gehören, trainiert tagsüber hart und diszipliniert. Für Lebensfreude ist da wenig Platz. Doch nachts geben sie sich dem Exzess und dem Feiern hin. 

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Anastasia Veber (*1995) bringt in faszinierenden Bildern dem Publikum die Lebenswelt junger Russ:innen nahe. Dabei handelt ihr 20-minütiger Kurzfilm von Ausweglosigkeit, Ambitionen, Träumen und der Selbstverwirklichung zwischen Staats-Treue und eigenen Wünschen. Dafür braucht der Film nur wenige Worte und hält meistens mit statistischer Kamera und beinah dokumentarisch das Leben der Protagonist:innen fest. Doch sobald sie sich der Nacht und den Persönlichkeiten selbst zuwendet, findet sie eine andere Bildsprache. Hier arbeitet sie mit mit einer starken Farbdramaturgie und baut am Ende eine beinah surreale, an Performancekunst erinnernde Szene ein, welche den Gefühlen der Personen Ausdruck verleiht. Aus dieser Mischung speist der Film seine Kraft, zeichnet ein reales Bild und besticht mit seiner unkonventionellen Erzählung.

Fazit: „Trap“ ist ein Kurzfilm von Anastasia Veber, der die Situation von jungen Menschen in Rußland schildert und den Goldener Bären für den Besten Kurzfilm auf der Berlinale gewinnen konnte. Die Regisseurin fängt dabei mit beinah dokumentarischen Bildern sowie wenigen Worten die Ereignisse ein und die Erzählung gipfelt dann in einer unerwartet expressionistischen Szene, die die ganze Gefühlsbreite ihrer Figuren ausdrückt.

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Trap“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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