„Dirndlschuld“ (2022)

Kurzfilm / Österreich / Dokumentation / 2022

Filmkritik: Einer der stärksten Beiträge im diesjährigen ‚Berlinale Shorts‘-Programms war der österreichische Doku-Kurzfilm „Dirndlschuld“ von Wilbirg Brainin-Donnenberg, die sich darin von einem persönlichen Standpunkt ausgehend mit der Geschichte ihres Landes beschäftigt.

In Essay-Form reflektiert die Regisseurin über die persönliche und historische Bedeutung des Dirndls. Ist es nur ein hübsches Kleid mit Schürze oder was steckt noch alles dahinter? Immer tiefer taucht sie in die Geschichte des Landes, den Umgang mit Juden und Jüdinnen in dieser Zeit ein und zeigt, wie sich das Bild und die Bedeutung von Gegenständen über die Generationen verändern.

In ihrem filmischen Essay beschäftigt sich die österreichische Filmemacherin Wilbirg Brainin-Donnenberg (*1963) mit der eigenen Biographie, ihrer Gegenwart – vor allem in Beziehung zu ihrer Tochter – und der Vergangenheit des Landes. Dem Kleidungsstück des Dirndl, dessen Verbindung zu Tradition und Geschichte fühlt sie auf den Grund, legt dabei immer wieder neue Schichten frei und erweitert immer mehr den Blick auf das Objekt der Betrachtung und die Landesgeschichte. Selbst eingesprochen vermittelt es zusammen mit den Schmalfilmaufnahmen aus früheren, unbeschwerten Tagen eine beinahe hypnotische Wirkung, denn die Bilder stehen im Gegensatz zum Gesagten und fügen so eine weitere Ebene hinzu. Durch und durch ist Wilbirg Brainin-Donnenberg mit „Dirndlschuld“ ein starker Kurzfilm gelungen, der in Form eines Essays und mit experimentelle Ansätzen eine ganz andere Geschichtsbetrachtung bietet.

Fazit: „Dirndlschuld“ ist ein künstlerischer Kurzfilm von Wilbirg Brainin-Donnenberg, der in Form eines Essays, ausgestattet mit Schmalfilmaufnahmen, ein Stück Geschichte anhand eines Kleidungsstück aufarbeitet und auf diese Weise einen gelungenen Zugang zu dem Sujet für sein Publikum findet. 

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Dirndlschuld“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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