„Pink Rider“ (2021)

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Kurzfilm / Schweden / Dokumentation / 2021

Filmkritik: Der schwedische Kurzfilm „Pink Rider“ von Daniel Aguirre, der auf dem 38. Kurzfilmfestival Hamburg 2022 den Publikumspreis gewann, ist eine dokumentarische Liebeserklärung an eine neue Heimat und dessen Punkmusik.

Um sich das Nachtleben, in dem er der Liebe zum Punk frönt, zu finanzieren, sucht sich ein Kolumbianer in seinem neuen Heimatland Schweden einen Job als Fahrradkurier. 

In seiner fünfminütigen Dokumentation erzählt der kolumbianischen Filmemacher Daniel Aguirre davon, wie es sich anfühlt, in einem Land neu zu sein, die Liebe zum Punk zu entdecken und in der sogenannten Gig Economy, in der befristete Jobs kurzfristig an Freelancer und geringfügig Beschäftigte vergeben werden, einen Job zu finden. Mit nahbaren Aufnahmen, Humor und Authentizität erzählt er von der Arbeitssituation im 21. Jahrhundert. Dabei geht es speziell um die Lieferdienste, die sich überall etabliert haben. „Pink Rider“ liefert uns die Sicht eines Arbeiters und wie sich dies für ihn anfühlt. Wunderbar ist das Zusammenspiel mit der Punk-Musik. Sie ist der Motor seiner Tätigkeit und ist so auch sein ständiger Wegbegleiter. Schwedische Punkbands liefern den Soundtrack zu dem kurzen Film und lassen das Publikum ein Gefühl für diese Musikrichtung und seine Fans gewinnen. Gerade das Subversive und das gegen die alltägliche Norm Gerichtete des Punks beißen sich wunderbar mit der realen Arbeitssituation und bauen so ein wunderbares Spannungsfeld auf, das viel zum Reiz des Films ausmacht, der mit seiner Ehrlichkeit die Herzen des Publikums auf dem 38. Kurzfilmfestival Hamburg eroberte.

Fazit: „Pink Rider“ ist eine gelungene Kurz-Doku über das moderne Arbeitsleben und die zeitgenössische Punk-Szene in Schweden. Ausgestaltet mit viel Musik und Ehrlichkeit gelang dem Regisseur Daniel Aguirre hier ein Portrait seiner Zeit.

Bewertung: 7/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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