„An Avocado Pit“ (2022)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Portugal / Fiktion / 2022

Filmkritik: Der portugiesische Kurzfilm „An Avocado Pit“ von Ary Zara, gesehen u.a. auf dem 23. Landshuter Kurzfilmfestival 2023 und auf dem 35. Filmfest Dresden 2023, erzählt von einer nächtlichen Begegnung zweier Menschen.

Die Transfrau Larissa (Gaya Medeiros) entdeckt eines Abends den Cis-Mann Cláudio (Ivo Canelas), wie er verstohlen die Trans-Prostituierten beobachtet. Mit Charme und etwas Angriffslust verwickelt sie ihn in ein nächtliches Date, sie ziehen gemeinsam durch Lissabon und kommen sich dabei näher.

Der Regisseur Ary Zara erzählt hier in 20 Minuten von der Begegnung zweier Menschen, die sich sichtlich voneinander angezogen fühlen, zeigt aber gleichzeitig die Schwierigkeiten dieser Liaison. In nur einer Nacht tauschen die beiden sich über vieles aus, gehen auch in ihren Gesprächen tief und zeigen die Befangenheit und das gesellschaftliche Korsett, in das sie zum Teil gezwängt werden. Zara findet dafür eine schöne cineastische Sprache.

Ivo Canelas und Gaya de Medeiros

Die Bilder, die nah am Realismus sind, versprühen ganz wunderbar den Charme einer ersten Begegnung und einer Sommernacht, in der man sich verlieben kann. Die beiden Hauptdarsteller:innen sind perfekt und füllen ihre Figuren mit Leben. Die Botschaft ist dabei klar. Der Filmemacher hält der Gesellschaft einen Spiegel vor Augen und ruft zu Veränderung, mehr Offenheit und Toleranz auf. Der 20-minütige Kurzfilm macht neugierig, mehr von den beiden zu sehen, und offenbart die erzählerische Kraft des Regisseurs. 

Fazit: „An Avocado Pit“ ist ein Kurzfilm des portugiesischen Filmemachers Ary Zara, der darin von einer nächtlichen Begegnung und Sehnsüchten erzählt. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gesellschaft und ruft gleichzeitig zu Veränderungen auf. 

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „An Avocado Pit“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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