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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2022
Filmkritik: Der deutsche Filmemacher Eugen Merher träumte schon länger davon, einen Film in den USA realisieren zu können. Eine Zusammenarbeit mit einem Lolli-Hersteller erlaubte ihm, seinen Traum zu verwirklichen und so entstand der Kurzfilm „The Boy Who Couldn’t Feel Pain“, der u.a. auf dem 23. Landshuter Kurzfilmfestival 2023 zu sehen war.
Der junge Chester (Catfish Jean) gehört zu den besten Schlägern seiner Bande, da er durch eine Schmerzunempfindlichkeit einfach viel einstecken und dagegen halten kann. Doch dieses Leben macht ihn nicht glücklich. Als er Annie (Delilah Napier), die auf einer Bowling-Bahn arbeitet, begegnet, möchte er sein Leben ändern.
Der Filmemacher Eugen Merher (*1990), der an der Filmakademie in Ludwigsburg Werberegie studierte, realisierte mit seinem Abschlussfilm einen wahrgewordenen Traum. In Kooperation mit der Lutscherfirma Chupa Chups stellte er den 21-minütigen Kurzfilm auf die Beine. Er erzählt eine Geschichte aus dem amerikanischen Hinterland, mit einem Helden, der sich vom Dunkel lösen will, seine eigene Vergangenheit verarbeiten muss und so zu sich selbst und auch zu Liebe finden kann.
Merher, der auch das Drehbuch dazu schrieb, greift klassische Themen aus dem Kanon der US-Dramen auf. Dass ihm das bewusst ist und er auch das Rad nicht neu erfinden wollte, merkt man dem Film an. Stattdessen wollte er bekannte Elemente und Themen aufgreifen und zeigen, dass er – ein Student aus Deutschland – ebenfalls solche Geschichten mit dieser Tragweite erzählen kann. Hinzu kommt eine tadellose Umsetzung, die mit perfekt abgestimmten Bildern arbeitet und die Location – die Stadt Grants in New Mexico – selbst zu einem Charakter des Films werden lässt. Nur die eine oder andere Straffung bei den Erinnerungen hätte dem Film gut getan. Denn es braucht nicht immer die Rückschau, um die Figuren, die bis in die Nebenrolle hinein perfekt besetzt wurden, vollends zu verstehen. So entstand ein stylisher, mitreißender Film, der die Liebe zum amerikanischen Kino genauso frönt, wie er das Talent von Merher zeigt.
Fazit: „The Boy Who Couldn’t Feel Pain“ ist ein klassisches, amerikanisches Drama. Es stammt aus der Hand des deutschen Film- und Werbemachers Eugen Merher, erzählt mit bekannten Elementen eine Coming-of-Age-Geschichte und findet dafür eine stimmige, ansprechende Bildsprache, tolle Schauspieler:innen und den perfekten Drehort.
Bewertung: 8,5/10
Den Kurzfilm „The Boy Who Couldn’t Feel Pain“ kannst Du hier anschauen:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 23. Landshuter Kurzfilmfestival 2023 – Katalog (Programm ‚Internationaler Wettbewerb‘)
- Website des Regisseurs Eugen Merher
- Eintrag des Kurzfilms „The Boy Who Couldn’t Feel Pain“ auf der Plattfrom 1.4
- Sophia Volkhardt, ‚Eugen Merher ist für den Studenten-Oscar nominiert‘, swr.de, 2022

