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Kurzfilm / USA / Fiktion / 2023
Filmkritik: Der Stuntman Matt Berberi, der bei großen Produktionen wie „Matrix Resurrections“ (2021) mitgemacht, gibt nun sein Regie-Debüt mit dem Kurzfilm „5 A.M.“, der im ‚Shock Block‘-Programm des 24. Landshuter Kurzfilmfestivals 2024 lief.
Der Gerichtsmediziner Barry (Napoleon Ryan) geht meistens still und einsam seiner Arbeit nach. Der Kontakt zu anderen Menschen – vor allem auch zu Frauen – fällt ihm nicht leicht. Bei einer Leiche entdeckt er eine magische Brille, die die Toten wieder zurück ins Leben holt. Er setzt sie der kürzlich verstorbenen auf und erfährt so, wie anders sich das Leben anfühlen könnte.
Nach einem eigenen Drehbuch schuf der amerikanische Regisseur Matt Berberi, der seit vielen Jahren im Filmbusiness ist, eine Geschichte über Einsamkeit. Mit etwas Genre-Magie – einer magischen Brille und ein paar Leichen – erzählt er eine zutiefst menschliche Geschichte. Der Kontakt zu anderen Menschen fällt schüchternen Menschen nicht immer leicht und das bringt der Film in seinen knappen neun Minuten rüber. Dafür benötigt er nur ein einfaches Set – einen unwirklichen, nicht lebendigen Raum – und einen sehr überzeugenden Hauptdarsteller. Napoleon Ryan verleiht seiner Figur in wenigen Minuten Tiefe und lässt seine Einsamkeit und seinen Wunsch nach Nähe fühlbar werden. Hinzu kommen ein gelungenes Leichen-Make-Up und eine Prise Humor, so dass der Kurzfilm ein durch und durch sympathischer Regie-Auftakt von Matt Berberi ist.
Fazit: „5 A.M.“ ist der erste Kurzfilm von Matt Berberi, der darin von der Sehnsucht nach menschlicher Nähe erzählt und sich dabei eines Genre-Kniffs bedient. Einfühlsam, souverän inszeniert und vor allem gut gespielt bleibt der Film als Kleinod im Gedächtnis.
Bewertung: 7,5/10
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 – Katalog (Programm ‚Shock Block‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Sechs Fragen an Matt Berberi‘, testkammer.com, 2024

