„Lollygag“ (2022)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / USA / Fiktion / 2022

Filmkritik: Der amerikanische Kurzfilm „Lollygag“ von Tij D’oyen, der im ‚Shock Block‘-Programm des 24. Landshuter Kurzfilmfestivals 2024 lief, greift die Stimmung der Corona-Zeit, aber auch das Gefühl eines trägen Sommers und des Erwachsenwerdens auf. 

Eine junge Frau (Gaby Slape) beobachtet von ihrem Zimmer aus einen ebenso jungen, gut gebauten Mann (Isaac Powell), der seine Tage an einem Pool in East Hampton mit Liebschaften, Pralinen und Dösen im Sonnenschein verbringt. Doch eines Tages wacht er nicht mehr auf. 

Der 10-minütige Kurzfilm, der im Genre-Block des 24. Landshuter Kurzfilmfestivals 2024 lief, ist vor allem eine Coming-of-Age-Geschichte. Das Beobachten des Nachbarns oder auch das Nicht-Tätig-werden gehören zu den Stadien des Erwachsenwerdens dazu. Auch wie sie dann handelt, als ihr klar wird, dass er gestorben ist, ist zwar ungewöhnlich, aber nur folgerichtig in ihrer Entwicklung.

Isaac Powell

All das verpackt der Regisseur und Drehbuchautor Tij D’oyen in einer gelungenen Inszenierung, die es schafft, die sommerliche Trägheit und auch das Schöne solcher Tage einzufangen. Besonders interessant ist die Dynamik zwischen den Figuren. Die Zuschauer:innen, die durch des Betrachtens des Films in die gleiche Situation wie die Beobachterin gebracht werden, entwickeln dabei eigene Gedanken, wie man sich verhalten würde. Beide Rollen werden perfekt von Isaac Powell und Gaby Slape verkörpert. So entstand ein starker Film, der nicht in eine Schublade passt, fasziniert und nachdenklich macht.

Fazit: „Lollygag“ ist ein Kurzfilm von Tij D’oyen, der darin mit der sommerlichen Stimmung eine einfühlsame Geschichte erzählt. Dabei verwendet er verschiedene Genre-Elemente und einen bestechenden Inszenierungsstil, der die Zuschauer:innen sofort involviert. 

Bewertung: 8/10

Schau Dir den Kurzfilm „Lollygag“ an:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

We Are Moving Stories, ‚Lollygag‘, wearemovingstories.com, 2023

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