„Red Cassette“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Frankreich, Kolumbien / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der Kurzfilm „Red Cassette“ (OT: „Casete Rojo“), der im Jugend-Programm des 36. Filmfest Dresden 2024 lief, ist eine Geschichte einer Familie und über die Liebe zur Musik.

Die junge Silvina (Livis Leon Segovia) stibitzt ihrem Vater (Roamir Pineda) den tragbaren Kassettenspieler und spürt mit der Salsa-Musik ihrer Mutter (Suleydis Hernández Herrera) nach.

Der ecuadorianische Filmemacher Victor Bastidas erzählt in seinem 15-minütigen Kurzfilm nach einem eigenen Drehbuch eine Geschichte über familiären Zusammenhalt und wie dieser durch einen Verlust zerrüttet werden kann. Doch diese Themen werden nicht laut angesprochen, sondern wir sehen eine Momentaufnahme, in der die Tochter sich das Radio stibitzt, was viele Erinnerungen an die Mutter birgt, die nicht mehr da ist. Dabei spielt Musik eine große Rolle. Während die Bilder mit älteren Salsa-Klängen untermalt sind, offenbart sich das Moderne in der Musikwahl der Tochter. Wunderbar wird auf diese Weise die Stimmung der Figuren eingefangen. Bastidas Film ist eine Liebeserklärung an die Musik und darüber hinaus eine zeitlose Vater-Tochter-Geschichte, die sich auch anhand der Bilder nicht klar im Hier und Jetzt verordnen lässt. Die Filmaufnahmen sind bestimmt von einer warmen Farbpalette und sommerlichem Licht. So entstand ein gelungener Film, der keine Worte benötigt, um seine Geschichte zu erzählen.

Fazit: „Red Cassette“ ist ein Kurzfilm von Victor Bastidas, der anhand einer kleinen Geschichte seine Liebe zur lateinamerikanischen Musik, die man noch lange danach im Ohr hat, ausdrückt. Hinzu kommen das gelungene Spiel, allen voran der jungen Hauptdarstellerin, und stimmige Filmbilder. 

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Casete Rojo“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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